Heidelberger Druckmaschinen rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 mit einem geringeren Gewinn als ursprünglich erwartet. Nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr hat der Druckmaschinenhersteller seine Prognose nach unten korrigiert. An der Börse sorgte die Nachricht für erhebliche Kursverluste.
Beim Umsatz hält Heidelberg an seinen bisherigen Erwartungen fest: Wie im Vorjahr sollen rund 2,3 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Allerdings dürfte davon weniger Gewinn übrig bleiben als zunächst geplant. Das Unternehmen rechnet jetzt mit einer bereinigten operativen Gewinnmarge von 5,6 bis 6,6 Prozent. Diese Kennzahl beschreibt vereinfacht, wie viel vom Umsatz als Ergebnis des laufenden Geschäfts vor bestimmten Kosten und Abschreibungen verbleibt. Ursprünglich hatte Heidelberg eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von 6,6 Prozent angekündigt.
Als Gründe nennt Vorstandschef Jürgen Otto die schwierige weltwirtschaftliche Lage und den anhaltenden Kostendruck. Hinzu kommen Veränderungen bei den verkauften Produkten infolge der Entwicklung im Nahen Osten sowie Verzögerungen bei Projekten in der Technologiesparte.
Die Geschäftszahlen zeigen, warum Heidelberg seine Erwartungen zurückschraubt. Im ersten Halbjahr sank die operative Gewinnmarge von 6,4 auf 3,7 Prozent. Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 509 Millionen Euro, zwei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig gingen allerdings knapp zehn Prozent mehr Bestellungen ein. Der Wert der neuen Aufträge stieg auf 604 Millionen Euro.
Unter dem Strich verdiente Heidelberg im zweiten Quartal 24 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Dieser Anstieg ist jedoch vor allem einem einmaligen Sonderertrag zu verdanken und spiegelt deshalb nicht die Entwicklung des laufenden Geschäfts wider.
Die Anleger reagierten enttäuscht auf die gesenkten Gewinnerwartungen. Die Heidelberg-Aktie verlor zeitweise fast ein Viertel ihres Wertes. Zum Handelsschluss lag der Kurs bei 1,19 Euro und damit rund elf Prozent unter dem Vortag. Seit Jahresbeginn hat die Aktie mehr als 42 Prozent an Wert verloren.
Weitere Einzelheiten zur wirtschaftlichen Entwicklung will Heidelberg mit dem vollständigen Halbjahresbericht am 12. November 2026 veröffentlichen.
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