Die Stimmung in der deutschen Druck- und Medienindustrie hat sich im Oktober 2026 spürbar verbessert. Wie der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) in seinem aktuellen Konjunkturtelegramm mitteilt, stieg der saisonbereinigte Geschäftsklimaindex gegenüber September um 7,5 Prozent auf 99,6 Punkte. Damit lag der Wert 13,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate entwickelten sich positiv.
Der Geschäftslageindex legte gegenüber dem Vormonat um 7,3 Prozent auf 95,3 Punkte zu und übertraf den Vorjahreswert um 15,8 Prozent. Von den befragten Unternehmen bewerteten 13 Prozent ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 70 Prozent als befriedigend und 17 Prozent als schlecht. Damit überwiegt trotz der verbesserten Stimmung weiterhin eine zurückhaltende Einschätzung der wirtschaftlichen Situation.
Auch die Auftragslage wird etwas günstiger beurteilt. Allerdings bezeichneten lediglich vier Prozent der Unternehmen ihren Auftragsbestand als gut. Für 68 Prozent war er befriedigend, 28 Prozent stuften ihn als schlecht ein. Der Auftragsmangel bleibt damit eine wesentliche Herausforderung für die Branche.
Leicht verbessert hat sich die Auslastung der Produktionskapazitäten. Sie erreichte im Oktober 73,2 Prozent und lag damit 1,4 Prozentpunkte über dem Wert vom Juli 2026. Das Niveau des Vorjahresmonats von 74,5 Prozent wurde allerdings noch nicht erreicht.
Der Anteil der Unternehmen, die über Produktionsbehinderungen berichten, sank gegenüber Oktober 2025 von 60 auf 52 Prozent. Als größtes Hindernis wurde weiterhin der Auftragsmangel genannt, auf den 44 Prozent der Antworten entfielen. An zweiter Stelle folgte der Fachkräftemangel mit 18 Prozent.
Deutlich zuversichtlicher zeigen sich die Unternehmen mit Blick auf die kommenden sechs Monate. Der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen stieg im Oktober um 7,6 Prozent auf 104,1 Punkte und lag damit 10,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Zwölf Prozent der Befragten rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage, 15 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Die große Mehrheit von 73 Prozent geht von einer weitgehend unveränderten Entwicklung aus.
Die Ergebnisse deuten auf eine konjunkturelle Stabilisierung der Druck- und Medienindustrie hin. Von einer durchgreifenden Erholung kann angesichts der weiterhin schwachen Auftragslage und der unter dem Vorjahresniveau liegenden Kapazitätsauslastung jedoch noch nicht gesprochen werden. Positiv ist insbesondere, dass sich sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Zukunftserwartungen gegenüber September deutlich verbessert haben.
Grundlage des BVDM-Konjunkturtelegramms sind die monatlichen Befragungen des ifo Instituts unter Entscheidern der deutschen Druck- und Medienindustrie.
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