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29.10.2026  Wirtschaft
US-Zölle auf kanadische Druckmaterialien neu geregelt
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump passt die Liste der kanadischen Waren an, die ab dem 30. Oktober 2026 mit einem zusätzlichen Zollsatz von 50 Prozent belegt werden. Grundlage ist eine Presidential Proclamation nach Section 338 des Tariff Act of 1930 vom 23. Oktober 2026. Der Zollsatz selbst bleibt unverändert; geändert wird ausschließlich der Katalog der betroffenen Produktcodes.
Von den zusätzlichen Zöllen künftig ausgenommen sind unter anderem Wellpappkartons und -boxen, bestimmte Papier- und Kunststoffverpackungen sowie Maschinen zum Befüllen, Verschließen, Etikettieren und Umwickeln von Verpackungen. Neu auf der Zollliste stehen dagegen bestimmte Kraftpapiere, Verbundpapiere und -kartons, selbstklebende Etikettenmaterialien sowie kunststoffbeschichtete Druckpapiere.
 
Die Änderungen betreffen damit vor allem Vorprodukte und Materialien für Druckereien und Verpackungshersteller – nicht pauschal fertige Drucksachen. Maßgeblich ist jeweils der konkrete HTS-Zolltarifcode; nicht jedes Papier, jeder Karton oder jedes Etikettenmaterial ist automatisch betroffen. Die zusätzlichen Zölle gelten zudem unabhängig davon, ob eine Ware USMCA-ursprungsberechtigt ist.
 
Der US-Branchenverband Printing United Alliance bewertet die Änderungen als gemischt. Entlastungen bei Verpackungen und Maschinen könnten Beschaffung und Investitionen erleichtern. Gleichzeitig drohen höhere Kosten bei wichtigen Ausgangsmaterialien. Besonders betroffen sind US-Druckereien und Verpackungsproduzenten, die auf kanadische Zulieferer angewiesen sind.
 
Auch für europäische Unternehmen könnten sich Auswirkungen ergeben. Hersteller von Papier, Karton und Etikettenmaterialien aus Europa könnten bei US-Abnehmern an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen – sofern ihre Produkte nicht vergleichbaren zusätzlichen Einfuhrzöllen unterliegen. Zugleich könnten kanadische Anbieter versuchen, mögliche Absatzverluste in den USA durch verstärkte Exporte in andere Märkte, einschließlich Europa, auszugleichen. Das könnte den Wettbewerb auf dem europäischen Papier- und Verpackungsmarkt erhöhen.
 
Für europäische Druckereien mit Geschäftsbeziehungen nach Nordamerika sind vor allem Veränderungen in den Lieferketten relevant. Unternehmen, die Produktionsstätten in den USA beliefern oder dort selbst produzieren, sollten prüfen, welche konkreten Materialien und Zolltarifpositionen künftig höheren Einfuhrkosten unterliegen. Unmittelbar gelten die neuen Maßnahmen jedoch ausschließlich für die betroffenen Einfuhren aus Kanada in die USA.
 
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