Drewsen Spezialpapiere und der Netzbetreiber Avacon erproben am Standort Lachendorf ein neues Netzanschlusskonzept zur Verringerung von CO2-Emissionen in der Papierherstellung.
Drewsen Spezialpapiere testet gemeinsam mit dem Netzbetreiber Avacon am Standort Lachendorf ein neues Energiekonzept. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Ergänzung der bisherigen Energieversorgung aus Windenergie, Photovoltaik und Biomasse durch ein Power-to-Heat-System. Die geplante Anlage soll ab Herbst 2027 Strom in Prozesswärme umwandeln.
Über ein zeitlich befristetes Vertragsmodell kann das Unternehmen zusätzliche elektrische Leistung aus dem Netz beziehen, wenn die Netzbelastung dies zulässt. Bei hoher Netzauslastung wird der Strombezug entsprechend angepasst. Damit wollen beide Partner erproben, wie die industrielle Elektrifizierung trotz aktuell noch eingeschränkter Netzinfrastruktur vorangebracht werden kann.
"Mit dem Probebetrieb wollen wir zeigen, dass industrielle Transformation auch unter aktuell noch eingeschränkten Netzbedingungen vorankommen kann", erklärt Amir Mirsakarimi, Geschäftsführer von Drewsen Spezialpapiere. Matthias Boxberger, Vorstandsvorsitzender von Avacon, verweist auf die Notwendigkeit flexibler Ansätze angesichts langer Wartezeiten beim Netzausbau: "Wer die vorhandenen Kapazitäten intelligent nutzt, schafft schneller Planungssicherheit für sein Unternehmen und bringt die Dekarbonisierung voran."
Auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies bewertet das Pilotprojekt bei einem Pressegespräch vor Ort als beispielhafte Verbindung von Klimaschutz und Standortsicherung. Erste belastbare Ergebnisse aus dem Versuchsbetrieb erwarten die Partner nach ein bis zwei Jahren.
Das Bild zeigt (v.l.): Christian Ehret, Olaf Lies, Amir Mirsakarimi und Matthias Boxberger.
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