Die Papierfabrik Nettingsdorf blickt auf ihr 175-jähriges Bestehen zurück und hat sich seit der Gründung von einer kleinen Papiermühle zu einem europäischen Produzenten von Wellpapperohpapieren entwickelt. Heute gehört das Werk zum Verpackungskonzern Smurfit Westrock.
Am 10. Juli 1851 erwarben Franz und Anna Haltmayr die Stegmühle im oberösterreichischen Nettingsdorf und bauten den Betrieb zu einer maschinellen Papiermühle um, die zwei Jahre später mit 49 Beschäftigten die Fertigung aufnahm. Während die Produktion zu Beginn bei 268 Tonnen Papier pro Jahr lag, beläuft sich die jährliche Kapazität heute auf rund 450.000 Tonnen.
Der Standort entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem zentralen Industriewerk der Region. Wichtige Etappen bildeten die Spezialisierung auf Verpackungspapiere nach dem Zweiten Weltkrieg, die Inbetriebnahme der Papiermaschine PM 6 im Jahr 1984 sowie die Modernisierung der Energieanlagen durch das Projekt "Future Energy Plant" im Jahr 2020. Seit der Fusion von Smurfit Kappa und WestRock im Jahr 2024 gehört das Werk zu Smurfit Westrock.
Vor Ort wird ungebleichter, brauner Kraftliner hergestellt, der überwiegend aus Frischfasern sowie einem Anteil an Recyclingfasern besteht und zur Weiterverarbeitung zu Wellpappeverpackungen dient. Die Exportquote liegt bei über 90 Prozent, wobei neben dem österreichischen Markt vor allem zentraleuropäische und osteuropäische Nachbarländer beliefert werden. Zum Einsatz kommt eine der weltweit schnellsten Papiermaschinen für Kraftliner.
Neben der Papierherstellung nutzt der Betrieb seine Prozesswärme zur Fernwärmeversorgung. In Kooperation mit der Bioenergie Gruppe speist Smurfit Westrock Nettingsdorf überschüssige Abwärme aus der Produktion in das regionale Netz ein, um Haushalte und Industriebetriebe in Ansfelden und Umgebung zu versorgen.
"Zahlreiche Meilensteine haben unseren Standort geprägt – von der Spezialisierung auf Verpackungspapiere nach dem Zweiten Weltkrieg über die Inbetriebnahme einer der modernsten Langsieb-Papiermaschinen im Jahr 1984 bis hin zum Projekt 'Future Energy Plant', das 2020 als größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte umgesetzt wurde", erklärt Günter Hochrathner, CEO von Smurfit Westrock Nettingsdorf. Das Werk stehe für industriellen Wandel und Zukunftsorientierung: "Indem wir Abwärme aus unserer Produktion für das regionale Fernwärmenetz nutzbar machen, verwerten wir Energie, die ansonsten ungenutzt bliebe, und leisten einen konkreten Beitrag zur Reduktion fossiler Energieträger in der regionalen Wärmeversorgung."
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