Der Steidl Verlag aus Göttingen hat das vorläufige Insolvenzverfahren nach der Begleichung aller offenen Forderungen verlassen. Das Amtsgericht Göttingen hatte den Prozess Anfang Juli wegen unbezahlter Sozialabgaben und ausstehender Gehälter eingeleitet.
Der Steidl Verlag mit Sitz in Göttingen hat das vorläufige Insolvenzverfahren erfolgreich beendet, nachdem das Unternehmen sämtliche offenen Forderungen beglichen hat. Das Amtsgericht Göttingen hatte die vorläufige Verwaltung Anfang des Monats angeordnet, da dem Verlag unter anderem nicht gezahlte Sozialabgaben und verzögerte Gehaltszahlungen zur Last gelegt worden waren.
Trotz der rechtlichen Bereinigung steht das Unternehmen weiterhin vor finanziellen Herausforderungen. Die Günter und Ute Grass Stiftung entzog dem Verlag wegen wiederholter Zahlungsausfälle die Rechte am Werk des Literaturnobelpreisträgers. Zudem brach das Auslandsgeschäft des Hauses nach Angaben von Verlagsgründer Gerhard Steidl um die Hälfte ein. Als Ursachen nennt er unter anderem Zölle in den USA und Zensurmaßnahmen in China.
Zur Sicherung der Unternehmenszukunft und zur Vorbereitung einer Nachfolge verhandelt die Betriebsleitung derzeit mit potenziellen Kapitalgebern. "Es haben sich mittlerweile insgesamt zwölf ernsthafte Investoren gemeldet: vier aus der Schweiz, drei aus den USA, zwei aus Singapur, einer aus Korea", erklärt Gerhard Steidl. Der 75-Jährige beabsichtigt, sich künftig auf die künstlerische Leitung zu konzentrieren, sofern ein Investor den Standort sowie den Verbund aus Verlag, Druckerei und Immobilien in der Göttinger Innenstadt komplett übernimmt.
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