Das Druck- und Pressehaus Naumann in Gelnhausen wird zum 1. Oktober vollständig liquidiert, nachdem für den Druckbetrieb kein Investor gefunden werden konnte. Mehr als ein Jahr nach dem Insolvenzantrag wird die verbliebene Belegschaft entlassen und die Druckmaschine verkauft.
Das Druck- und Pressehaus Naumann in Gelnhausen schließt zum 1. Oktober endgültig seine Pforten. Nachdem das Traditionsunternehmen im März 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hatte, wurde nun der Verkauf der Druckmaschine und die Liquidation der Gesellschaft bestätigt.
Während das Verlagsgeschäft mit der "Gelnhäuser Neuen Zeitung" und weiteren Titeln bereits zum 1. April an die Egro-Mediengruppe veräußert wurde, fand sich für die eigentliche Druckerei kein Investor. Durch den Verlagsverkauf konnten laut Unternehmensangaben mehr als 1.000 der ursprünglich rund 1.500 Arbeitsplätze der Unternehmensgruppe gerettet werden. Die verbliebenen Mitarbeiter im Druckbetrieb erhielten dagegen Ende Juni die Kündigung; ein Sozialplan existiert nicht.
Mit der Schließung verschwindet das 1967 von Ehrhard Naumann als Ein-Mann-Betrieb gegründete Medienunternehmen komplett. Ab Oktober wird die Rotationsdruckmaschine, die 1996 vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl eingeweiht worden war, abgebaut. Das mehrere tausend Quadratmeter große Betriebsgelände steht zum Verkauf.
Zur Frage nach den Gründen für das Scheitern der Investorengespräche äußerte sich das Management kritisch zur aktuellen Wirtschaftspolitik und verwies gegenüber der "Hessenschau" auf "Energiethemen und Bürokratie, warum keiner mehr Unternehmen in Deutschland kauft". Gelnhausens Bürgermeister Christian Litzinger kündigte an, den Nachnutzungsprozess des Geländes für ein passendes Gewerbe begleiten zu wollen.
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