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28.04.2026  Wirtschaft
Fahnen Herold meldet Insolvenz an
Der Wuppertaler Flaggenhersteller Fahnen Herold hat aufgrund steigender Kosten und einer schwachen Nachfrage aus der Automobilindustrie ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Die Sanierung soll bis zum 80. Firmenjubiläum im nächsten Jahr abgeschlossen sein.
Das Familienunternehmen Fahnen Herold hat beim zuständigen Amtsgericht ein Eigenverwaltungsverfahren beantragt. In diesem Rahmen kann die Geschäftsführung die Sanierung unter Aufsicht selbst steuern, während der Geschäftsbetrieb vollumfänglich fortgeführt wird. Die Vorfinanzierung des Insolvenzausfallgeldes für die etwa 90 Beschäftigten übernimmt die Bundesagentur für Arbeit. Als Hauptgründe für die finanzielle Schieflage nennt das Unternehmen die Spätfolgen der Pandemie, hohe Energiekosten im Bereich Siebdruck sowie den Preisdruck durch asiatische Importe.


Zudem belastet die Krise in der Automobilindustrie den Mittelständler, da namhafte Hersteller wie BMW oder Mercedes-Benz zum Kundenstamm gehören. "Zusätzlich hat sich die schwache Entwicklung in der Automobilindustrie deutlich bemerkbar gemacht", erklärt Fabian Kehrenberg, Sprecher und Prokurist von Fahnen Herold. Dennoch blickt die Unternehmensleitung optimistisch in die Zukunft, da im April 2025 eine neue Drucktechnologie für rund 2 Millionen Euro in Betrieb genommen wurde.


Unterstützt wird der Prozess durch den Sanierungsspezialisten Robin Schmahl von der Kanzlei ATN sowie den vorläufigen Sachwalter Andreas Schoß. Laut Schmahl sind die Perspektiven für eine Fortführung sehr positiv, wobei ein externer Investor nicht zwingend erforderlich sei. Zusätzliche Impulse erhofft sich der Betrieb von der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft. "Das hängt stark vom Turnierverlauf ab", so Kehrenberg. Das Ziel bleibt eine vollständige Restrukturierung bis zum Jahr 2027.


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