Manroland Sheetfed stellt den Betrieb ein
Der Druckmaschinenbauer Manroland Sheetfed schließt seinen Standort in Offenbach. Nach einem gescheiterten Schutzschirmverfahren konnten keine Investoren für eine Fortführung der Produktion oder des Servicegeschäfts gefunden werden.
Der Traditionsbetrieb Manroland Sheetfed beendet am 1. Juni offiziell seinen Geschäftsbetrieb in Offenbach. Von der Schließung sind 748 Beschäftigte betroffen, von denen rund 700 bereits Anfang Juni freigestellt werden. Die Herstellung von Neumaschinen wird bereits zum 31. Mai eingestellt.
Als Gründe für das Aus nennt das Unternehmen einen massiven Markteinbruch in China, jahrelangen Investitionsstau sowie hohe Verluste von über 43 Millionen Euro im Jahr 2025. Das im März eingeleitete Schutzschirmverfahren zur Sanierung unter Führung von Mirko Kern blieb ohne Erfolg.
Der Eigentümer Langley Holdings sieht von einer weiteren Finanzierung des Standorts ab, da potenzielle Interessenten lediglich an Markenrechten und Vertriebsstrukturen, nicht aber an der Produktion in Offenbach interessiert waren. Die IG Metall und der Betriebsrat kritisieren den Eigentümer scharf und werfen ihm vor, das Unternehmen systematisch vernachlässigt zu haben.
Der Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke sprach von einem Versagen des Managements und forderte eine soziale Absicherung der Belegschaft. Schwenke kündigte Widerstand gegen künftige Bauprojekte des Eigentümers auf dem Werksgelände an, sollte dieser keine Transfergesellschaft für die Mitarbeiter bereitstellen. Die endgültige Abwicklung des Standorts soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein.
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