Die Vorländer Mediengruppe gibt ihr Druckzentrum in Netphen-Dreis-Tiefenbach auf und beendet damit eine über 200-jährige Drucktradition am eigenen Standort. Von der Schließung sind knapp 100 Beschäftigte im Siegerland betroffen.
Das Medienhaus Vorländer hat die Belegschaft über die geplante Schließung des Druckzentrums in Netphen-Dreis-Tiefenbach informiert. Damit stellt die Unternehmensgruppe den eigenständigen Zeitungsdruck ein. Betroffen von diesem Schritt sind knapp 100 Mitarbeitende.
Die Produktion der "Siegener Zeitung" sowie des "Siegerländer Wochen-Anzeigers" soll künftig an einen externen Dienstleister vergeben werden. Trotz der Schließung versichert das Unternehmen, dass die Zustellung der Titel weiterhin pünktlich und zuverlässig erfolgen wird.
Hintergrund der Entscheidung sind der Wandel im Leseverhalten und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Druckbranche. Erst vor wenigen Jahren hatte das Familienunternehmen über sechs Millionen Euro in eine moderne und automatisierte Offset-Rotationsmaschine investiert, um den Standort ressourceneffizienter zu gestalten. Dennoch sieht sich das Haus nun gezwungen, den Betrieb einzustellen.
Netphens Bürgermeister Marco Müller bedauerte die Entscheidung und betonte die historische Bedeutung des Druckzentrums für die Region. Die Stadtverwaltung kündigte an, das Unternehmen bei der Suche nach einer Nachnutzung für das Gelände zu unterstützen und sich für sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter einzusetzen.
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