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01.04.2026  Wirtschaft
Augsburger Druck- und Verlagshaus beantragt Insolvenzverfahren
Das Augsburger Druck- und Verlagshaus hat beim zuständigen Amtsgericht Augsburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.
Das unter dem Namen ADV bekannte Unternehmen mit Sitz in der Aindlinger Straße in Augsburg wird künftig unter Aufsicht des vorläufigen Insolvenzverwalters Georg Stemshorn von der Kanzlei Pluta geführt. Das Unternehmen wird durch den Geschäftsführer Alexander Hetzger vertreten. Das Augsburger Druck- und Verlagshaus, das früher unter Haas & Grabherr firmierte, ist ein traditionsreicher Betrieb in der Region. 


Der vorläufige Insolvenzverwalter hat unmittelbar nach seiner Bestellung gemeinsam mit seinem Team um die Wirtschaftsjuristen Maximilian König und Alexander Kogut erste Maßnahmen eingeleitet. Der Geschäftsbetrieb wird derzeit vollumfänglich fortgeführt. Ziel des Verfahrens ist es, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens umfassend zu analysieren und eine tragfähige Fortführungslösung zu entwickeln.

Ein intensiver Preiswettbewerb sowie gestiegene Kosten für Energie, Papier und Logistik haben die wirtschaftliche Entwicklung belastet. Eine geplante Zwischenfinanzierung konnte zuletzt nicht realisiert werden. In der Folge zeichnete sich eine Liquiditätslücke ab. Der Insolvenzantrag war daher unumgänglich.


"Das Verfahren steht noch ganz am Anfang. Gemeinsam mit allen Beteiligten und der Geschäftsführung arbeiten wir aktuell mit Hochdruck daran, den Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen fortzuführen, die Rahmenbedingungen zu analysieren und Optionen für die Zukunft zu erarbeiten. Für die Kunden ändert sich nichts, der Betrieb läuft weiter", erklärt Georg Jakob Stemshorn.


Aktuell stehen eine detaillierte Analyse der Auftrags- und Kostenstruktur sowie intensive Abstimmungen mit Kunden, Lieferanten sowie Finanzierungspartnern im Fokus. Parallel wird ein strukturierter Investorenprozess vorbereitet, um geeignete Partner für eine Fortführungslösung zu gewinnen.
 
Die Verantwortlichen haben die Mitarbeiter heute über den aktuellen Stand informiert. Die Löhne und Gehälter der rund 100 Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld für einen Zeitraum von drei Monaten gesichert. Die Vorfinanzierung wird derzeit eingeleitet, damit die Gehälter zeitnah ausgezahlt werden können.


Geschäftsführer Alexander Hetzger erklärt: "Das Druckhaus verfügt über langjährige Kundenbeziehungen, erfahrene und treue Mitarbeiter und ein breites Leistungsspektrum. Gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter arbeiten wir daran, eine nachhaltige Lösung für unseren Betrieb zu entwickeln."


Die ADV-Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH vorm. Haas & Grabherr ist ein auf Kataloge, Magazine, Mailings und Werbesendungen spezialisiertes Druckunternehmen aus Augsburg, das auf eine mehr als 175-jährige Historie zurückblickt.


Die Franz Schoder Druck GmbH & Co. KG am Standort Gersthofen ist von der Antragstellung nicht betroffen. Die beiden Unternehmen treten unter der Dachmarke "ADV SCHODER – Druck verbindet“ gemeinsam nach außen am Markt auf. Die beiden Unternehmen sind rechtlich unabhängig. Die ADV Mediendienste GmbH ist eine Tochtergesellschaft der ADV- Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH und tritt als Dienstleister für die beiden Druckstandorte auf. Auch diese Gesellschaft befindet sich nicht in der vorläufigen Insolvenzverwaltung.


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