Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten führt zu massiven Preissteigerungen bei Rohstoffen und belastet die Lieferketten der deutschen Lack- und Druckfarbenhersteller.
Die Branche der Farben, Lacke und Druckfarben steht aufgrund der geopolitischen Lage unter erheblichem Kostendruck. Da zentrale Komponenten wie Harze und Additive auf Erdöl basieren, schlägt der aktuelle Rohölpreis von rund 100 US-Dollar pro Barrel unmittelbar auf die Produktion durch. Einzelne kritische Rohstoffe verzeichnen laut Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie Preissteigerungen von bis zu 100 Prozent. Diese Entwicklung trifft die Unternehmen in einer Phase, in der die Nachfrage aus der Bauwirtschaft und der Industrie ohnehin gedämpft ist.
Zusätzlich zur Kostenexplosion beeinträchtigen unsichere Lieferwege die Versorgungssicherheit. Da die Route über das Rote Meer gemieden wird und Schiffe den Umweg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen müssen, verlängern sich die Seetransitzeiten um bis zu 14 Tage. Steigende Frachtraten sowie höhere Prämien für Kriegsrisikoversicherungen verteuern die Logistik zusätzlich. Auch die Luftfracht ist durch gesperrte Lufträume und Umleitungen betroffen, was zu längeren Transportwegen und geringeren Kapazitäten führt.
Der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie in Frankfurt geht davon aus, dass die Auswirkungen des Krieges die Branche noch über einen längeren Zeitraum belasten werden. Die aktuelle Krise verschärfe bestehende strukturelle Herausforderungen und erhöhe den Anpassungsdruck für die Betriebe massiv. Für die Unternehmen bedeutet die Situation eine deutlich erschwerte Planbarkeit in der Beschaffung bei gleichzeitig sinkenden Margen durch die hohen Energiekosten in der Fertigung.
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