Die Egro-Mediengruppe setzt ihren Expansionskurs fort und übernimmt zum 1. April 2026 im Rahmen eines Asset-Deals das Verlagsgeschäft des insolventen Druck- und Pressehauses Naumann. Während der Zeitungsverlag damit vorerst gesichert ist, bleibt die Zukunft der Druckerei weiterhin Gegenstand von Spekulationen.
Mit der Übernahme des Verlagsgeschäfts vom Druck- und Pressehaus Naumann festigt die Egro-Mediengruppe ihre Position als regionaler Mediendienstleister in Deutschland. Zum Umfang der Transaktion gehören die Tageszeitung "Gelnhäuser Neue Zeitung" (Auflage ca. 8.300 Exemplare), die Wochenzeitungen "Mittelhessen-Bote" und "Gießener Zeitung" mit einer Gesamtauflage von über 400.000 Exemplaren sowie die Digitalagentur dpn360. Auch die Portale gnz.de und Kinzig.News, die zusammen monatlich rund eine Million Visits verzeichnen, gehen an den neuen Eigentümer über.
Nicht Teil des Verkaufs sind der Bereich Lohndruck für externe Kunden sowie die Liegenschaften; diese verbleiben beim Druck- und Pressehaus Naumann. "Hierdurch festigen wir unsere Position vor allem in der Metropolregion Rhein-Main als führendes Medienhaus für kostenlose Wochenzeitungen und regionale Medien", erklärt Bernd Maas, Geschäftsführer der Egro-Mediengruppe. Sein Kollege Markus Echternach sieht zudem großes Potenzial in der Verknüpfung technologischer Kompetenzen mit den etablierten regionalen Marken.
Für das Traditionshaus Naumann markiert der Verkauf einen entscheidenden Schritt im laufenden Sanierungsprozess. Verleger Oliver Naumann bezeichnet die Übernahme als "bedeutenden Schritt in eine sichere Zukunft" und betont die langfristige Perspektive für den Standort Gelnhausen. Laut Geschäftsführer Jochen Grossmann ermöglicht der Verbund mit Egro neue Innovationen und Stabilität für die Belegschaft.
Nach dem Verkauf der Elzet-Verlagsgruppe und der ZVG im vergangenen Herbst stellt dieser Deal einen weiteren Meilenstein in der Eigenverwaltung dar. Sebastian Netzel, Generalbevollmächtigter von Brinkmann & Partner, arbeitet nach eigenen Angaben weiterhin an Lösungen für die verbleibenden Unternehmensteile. Die Egro-Mediengruppe baut mit dem Zukauf ihr Portfolio auf nunmehr 70 Zeitungstitel mit einer wöchentlichen Gesamtauflage von rund drei Millionen Exemplaren aus.
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