Der europäische Druckfarbenverband EuPIA beobachtet angesichts der Eskalation im Nahen Osten zunehmende Risiken für die Rohstoffversorgung und Logistik in der Druckfarbenindustrie. Längere Transportwege und steigende Energiekosten belasten die Branche derzeit europaweit.
Die European Printing Ink Association (EuPIA) weist auf erhebliche Störungen der globalen Lieferketten hin, die durch die aktuelle Lage im Nahen Osten ausgelöst wurden. Da Frachtschiffe die Meeresstraße von Hormus meiden und stattdessen die Route um das Kap der Guten Hoffnung wählen, verlängern sich die Lieferzeiten für chemische Vorprodukte und Rohstoffe um etwa zehn bis 14 Tage. Gleichzeitig sorgen steigende Versicherungsprämien für Kriegsrisiken und höhere Frachtraten im See- und Luftverkehr für einen deutlichen Kostendruck bei den Herstellern von Druckfarben.
Zusätzlich treibt ein Ölpreis von über 100 Dollar pro Barrel die Kosten für petrochemische Derivate wie Lösungsmittel, Bindemittel und Harze in die Höhe. Cornelia Tietz, Direktorin der EuPIA, betont die Dringlichkeit der Situation: "EuPIA steht in aktivem Dialog mit den Mitgliedern und Partnerverbänden, um die Auswirkungen auf unseren Sektor zu verfolgen. Wir setzen uns dafür ein, die
Versorgungssicherheit für die europäischen Druckfarbenhersteller unter diesen schwierigen Bedingungen zu unterstützen."
Der Verband, der über 90 Prozent der europäischen Druckfarbenproduktion repräsentiert, setzt verstärkt auf resilientere Beschaffungsstrategien und Innovationen bei nachhaltigen Materialien, um auf die volatilen Marktbedingungen zu reagieren.
Sun Chemical erhöht die PreiseDer Druckfarbenhersteller Sun Chemical führt mit sofortiger Wirkung Preiserhöhungen und Zuschläge in sämtlichen Geschäftsbereichen ein. Das Unternehmen reagiert damit auf die zugespitzte geopolitische Lage im Nahen Osten.
"Die kumulierten Kostensteigerungen außerhalb unserer Kontrolle machen diese Anpassungen notwendig, um die Lieferkontinuität sowie unsere Qualitäts- und Servicestandards zu sichern", teilt das Unternehmen mit.
Sun Chemical stehe in engem Kontakt mit Lieferanten und Dienstleistern, um Produktionsrisiken zu identifizieren und Kostensteigerungen so weit wie möglich abzufedern. Dennoch lassen sich die Mehraufwendungen für Transport und Rohmaterialien nicht mehr vollständig intern auffangen. Das Unternehmen wird die Kunden direkt über die spezifischen Erhöhungen informieren und die weitere Entwicklung der Lage beobachten.
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