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17.03.2026  Wirtschaft
Kahlschlag im Bücherregal der Nation
Der Bundesverband Druck und Medien schlägt Alarm: Mit dem Verzicht auf den Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek opfert die Bundesregierung das physische Kulturerbe einer Digital-Strategie.
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, hat sich gegen die Realisierung des Erweiterungsbaus der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig ausgesprochen. Das geplante Magazin sollte als klimastabile Erweiterung für die langfristige Archivierung dienen. Zur Begründung gab die Politik an, dass die Sammlung körperlicher Medienwerke nicht mehr zeitgemäß sei und die digitale Sammlung im Fokus stehen müsse. Seit 1913 archiviert die DNB lückenlos alle in Deutschland veröffentlichten Medienwerke in Schrift, Bild und Ton.

Der BVDM kritisiert diese Weichenstellung deutlich. "Gerade gedruckte Bücher – ebenso wie andere physische Medienformen – sind fundamentale Träger von Kultur, Wissen und Geschichte", erklärt BVDM-Hauptgeschäftsführerin Kirsten Hommelhoff. Die Werke seien materielle Artefakte, deren Gestaltung und Herstellungsweise ein historisches Zeugnis darstellten. Die dauerhafte Sicherung sei für Forschung und gesellschaftliche Erinnerung essenziell.


Nach Ansicht des Verbandes können digitale Bestände die originalen physischen Werke weder in der Materialität noch in der langfristigen Verfügbarkeit ersetzen. Eine nachhaltige Strategie zur Bewahrung des Kulturerbes müsse zwingend auf ein duales Modell aus digitalen und gedruckten Werken setzen. Der BVDM vertritt als Spitzenverband der Branche die Interessen von rund 6.300 Betrieben mit mehr als 99.000 Beschäftigten.

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