Die Muttergesellschaft Gissler-Weber und der Insolvenzverwalter des Standorts Rodenberg, Volker Römermann, befinden sich in einer öffentlichen Auseinandersetzung. Es geht um die Fortführung des Wellpappen-Werks von Gissler & Pass.
Das Insolvenzverfahren um das Wellpappen-Werk von Gissler & Pass in Rodenberg hat sich zu einem offenen Machtkampf zwischen der Geschäftsführung der Muttergesellschaft Gissler-Weber und dem eingesetzten Insolvenzverwalter Volker Römermann entwickelt, wie die "Bild"-Zeitung berichtet.
Die Muttergesellschaft mit Hauptsitz in Jülich kritisiert, dass durch ausbleibende Entscheidungen und organisatorische Eingriffe seit dem Ende der Eigenverwaltung Mitte Januar die Schließung des traditionsreichen Standorts drohe. Laut Gissler-Weber existierte bereits im Dezember 2025 ein tragfähiger Rettungsplan, der nun gefährdet sei.
Insolvenzverwalter Römermann weist die Vorwürfe zurück und sieht die Ursache des Konflikts in einer bewussten Abkehr der Muttergesellschaft vom Standort Niedersachsen. Er vermutet, dass Jülich den Wettbewerb durch das im September 2025 ausgegliederte Werk unterbinden wolle. "Man wollte die Belegschaft von 138 auf 26 Mitarbeiter eindampfen", so Römermann gegenüber Medienvertretern. Er betont zudem, dass das Werk voll ausgelastet sei.
Die Gegenseite reagiert scharf auf diese Darstellungen. Theo Paeffgen, Rechtsanwalt der Gissler-Weber, bezeichnete die Spekulationen als unhaltbar und ehrverletzend. Die Unternehmensführung berichtet hingegen von einem aktuellen Notbetrieb und warnte vor einem drohenden Produktionsstillstand, der unter einer Fortführung der Eigenverwaltung hätte vermieden werden können. Gissler & Pass gilt als einer der führenden europäischen Akteure in der Herstellung von Verpackungen aus Wellpappe und Papier.
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