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26.02.2026  Strategie
Wie Druckereien die digitale Transformation schaffen
Daniel Lenz vom Digital Publishing Report und Sabine Goemann von der Igepa Group betonen, dass der Erfolg der Digitalisierung in der Druckbranche primär von Managemententscheidungen und der inneren Haltung abhängt. Was das für Druckereien bedeutet.
Die digitale Transformation in der Druck- und Medienbranche ist weniger eine technologische Herausforderung als vielmehr eine Frage der Führung und der strategischen Priorisierung. In einem Fachgespräch zwischen Daniel Lenz, Chefredakteur des Digital Publishing Report, und Sabine Goemann von der Igepa group wurde deutlich, dass Unternehmen selten an fehlender Technik scheitern. Vielmehr blockieren unklare Entscheidungsstrukturen und veraltete Denkweisen den Fortschritt. Laut Lenz beginnt der Prozess im Kopf: "Digitalisierung ist Führungsarbeit – keine reine IT-Aufgabe." Führungskräfte müssten Richtung, Konsequenz und eine Vorbildfunktion liefern, um den Wandel erfolgreich zu gestalten.

Ein zentraler Punkt der Analyse ist das Verhältnis zwischen Print und Digital. Diese werden nicht als Widerspruch, sondern als komplementäre Kanäle betrachtet, deren Einsatz sich strikt am jeweiligen Use Case orientieren muss. Während Print seine Stärken in der haptischen Wertigkeit und hohen Aufmerksamkeit ausspielt, punktet Digital durch schnelle Reichweite und direkte Interaktionsmöglichkeiten. Ein Gewinn für das Unternehmen entsteht dann, wenn Druckerzeugnisse durch Daten personalisiert oder triggerbasiert ausgespielt werden.

Daten werden in diesem Kontext als wertvolle Ressource definiert, die jedoch nur durch Kompetenz und klare Prozesse nutzbar wird. Es reiche nicht aus, Daten lediglich zu sammeln; sie müssen sauber erfasst und interpretiert werden, um Segmentierung und Automatisierung zu ermöglichen. In der Praxis bedeutet dies, dass Verantwortlichkeiten für die Datenqualität und die Analysefähigkeit der Organisation fest definiert sein müssen.

Abschließend warnen die Experten davor, den Wandel zu verschleppen. Transformation sei keine Kür, sondern eine Voraussetzung für die wirtschaftliche Stabilität, da steigende Kosten und veränderte Nutzungsgewohnheiten den Handlungsdruck erhöhen. Wer zu spät agiert, verliert die Gestaltungsmacht und kann nur noch reagieren. Das Fazit des Austauschs: Haltung schlägt Technologie, und der konkrete Anwendungsfall entscheidet über den Erfolg der Medienwahl.

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