Eine technische Abnahme ist bei gebrauchten Druckmaschinen essenziell, um den Verschleißzustand und den Marktwert zu bestimmen. Das Sächsische Institut für die Druckindustrie (SID) betont, dass nur durch Messwerte versteckte Mängel identifiziert werden können.
Die Beurteilung von Gebrauchtmaschinen gewinnt gegenüber Neuanlagen an Bedeutung, da nur eine fachgerechte Prüfung vor "Fehlkäufen" schützt. Eine technische Abnahme gibt Aufschluss über den Pflegezustand und ermöglicht es, den Umfang erforderlicher Instandsetzungen zur Wiederherstellung der Produktionsqualität abzuschätzen. Diese Daten dienen als fundierte Basis für Preisverhandlungen zwischen Käufer und Verkäufer sowie zur Erstellung eines verbindlichen Reparaturplans.
In der Praxis nutzt das SID anerkannte technische Richtlinien und Drucktests mit speziellen Testelementen, um Parameter wie Passermesswerte, Tonwertstabilität und Farbabfall zu prüfen. Anhand von Messergebnissen lassen sich beispielsweise Probleme im Antrieb oder Versatz an Greiferleisten frühzeitig erkennen.
Um den Aufwand wirtschaftlich zu gestalten, empfiehlt das Institut vereinfachte Abdrücke mit kombinierten Testformen. Ergänzend sichern sogenannte "Kissprints" die Zylinder der Druckwerke gegen unerkannte Schäden ab. Nach der Remontage am neuen Standort dient ein erneuter Abdruck als Nachweis über den vertraglich vereinbarten Zustand der Anlage.
Die Abnahme gebrauchter Druckmaschinen ist Thema des "Praxisfalls" in der aktuellen Ausgabe von Druck & Medien. Sie kann hier als E-Paper zum sofortigen Download oder als gedrucktes Heft bestellt werden.