Klaus-Peter Nicolay, seit Jahrzehnten in der Druckbranche als Autor und Verleger bekannt, hat ein Buch über seine Krebserkrankung geschrieben. In "Das akademische Kreuz" berichtet er über die Diagnose und die Folgen.
Kein Krimi, kein Roman, kein Märchen, sondern eine Geschichte, die das Leben schrieb. Am 3. Juni 2025 jährte sich der Tag zum fünften Mal, an dem das Leben von Klaus-Peter Nicolay in zwei Teile zerbrach: in ein Leben davor und eines danach. Im Danach hat er versucht, das Erlebte und Erlittene seit seiner Krebsdiagnose in seinem Buch "Das akademische Kreuz" zu beschreiben.
Nicolay wurde im Juni 2020 ein Tumor im Gesichtsbereich entfernt. Nach dieser Operation musste er Bestrahlungen, Chemotherapie, acht weitere Operationen und zahlreiche Behandlungen über sich ergehen lassen – mit der Folge, dass er nicht mehr essen und trinken kann, sich künstlich ernähren muss, auch beim Sprechen gehandicapt ist und dass sein Äußeres arg gelitten hat.
Mit dem Abstand von jetzt fünf Jahren weiß er, dass für ihn heute fast nichts mehr so ist, wie es vorher einmal war. Dabei führen ihm die Folgen der Krankheit jeden Tag vor Augen, wie wertvoll all das ist, was gesunde Menschen als selbstverständlich empfinden. Deshalb ist sein jetziger Zustand für ihn ein nur schwer verkraftbarer Verlust an Lebensqualität, einhergehend mit dem Fehlen dessen, was man gemeinhin unter Genuss versteht.
"Wenn ich mit dem Buch erreichen kann, dass sich die oder der eine oder andere künftig bewusster durch die Welt bewegt und das wertschätzt, was ihm heute normal erscheint, hat sich das Buch gelohnt. Es ist nämlich nichts selbstverständlich", sagt der Autor. Und was die 'liebgewonnenen Laster' angeht: Gemeint sind nicht die sieben Todsünden, sondern die Laster, die im Laufe seines Lebens lange Zeit gesellschaftsfähig waren und es teilweise noch immer sind. Ob es moralisch oder ethisch verwerflich ist, will er nicht beurteilen, aber der Genuss von gutem Essen und Trinken (auch Rauchen) waren Teil seines Alltags (wenngleich nicht ursächlich für sein Krebsleiden).
Nicolay ist zwar noch immer in Behandlung, hat sich jedoch physisch wie mental durch seine Krankheitsgeschichte in ein für ihn normales Leben zurückgekämpft. Dabei ist das Buch keine Anklage gegenüber der Medizin oder einzelnen Ärzten, er verarbeitet sein Schicksal, die Narkosen, Operationen sowie Eingriffe, die teils dramatischen Belastungen für Körper, Geist und Gefühle sowie deren Folgen.
Dabei betont er, dass seine Erläuterungen zu dem einen oder anderen medizinischen Kontext angelesenes Wissen sind, weil er selbst verstehen wollte, weshalb er nun nicht mehr kann, was ihm vor der Operation noch mühelos gelang. Vielleicht ist daher auch die eine oder andere Beschreibung, Schlussfolgerung oder Ausdrucksweise aus medizinischer Sicht nicht korrekt (oder zu verkürzt), lässt sich dafür aber auch von Laien verstehen.
Klaus-Peter Nicolay ist heute 72 Jahre alt, ist Journalist und betreibt einen Verlag in dem kleinen Moselort Bruttig-Fankel. In diesem Verlag ist auch das Buch erschienen. Bestellungen sind unter
www.arcusverlag.de möglich.
Das akademische Kreuz Vom Verlust liebgewonnener Laster
Von Klaus-Peter Nicolay
Format 13 x 19 cm 200 Seiten mit 20 KI-generierten Bildern
klebegebundenes Taschenbuch erschienen im Oktober 2025
12,80 € (plus Versandkosten)
arcus design & verlag
ISBN 978-3-00-083683-1