Die Großdruckerei Wennberg aus Vaihingen an der Enz hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. Der Geschäftsbetrieb läuft nur noch eingeschränkt.
Die Großdruckerei Wennberg aus Vaihingen an der Enz bei Stuttgart hat Insolvenz angemeldet. Der Insolvenzantrag war bereits Ende Oktober beim zuständigen Amtsgericht eingereicht worden.
Der laufende Geschäftsbetrieb wurde nach Unternehmensangaben Mitte Dezember deutlich zurückgefahren und auf ein Mindestmaß reduziert. Diese Übergangslösung soll nach aktuellem Stand noch bis Ende Februar 2026 aufrechterhalten werden. Von der Insolvenz sind rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Die Arbeitsverhältnisse sollen voraussichtlich bereits Ende Januar enden.
Die Aussichten auf eine Fortführung des Standorts gelten als gering. Gesellschafter Martin Wennberg erklärte gegenüber Medien, dass er sich zwar um alternative Beschäftigungsmöglichkeiten für die Belegschaft bemühe, die Lage in der Branche jedoch insgesamt schwierig sei. Berichten zufolge könnte im Frühjahr 2026 die Abwicklung des Standorts erfolgen.
Als wesentliche Ursachen der wirtschaftlichen Schieflage nennt das Unternehmen strukturelle Veränderungen im Markt für Druckerzeugnisse. Besonders der fortschreitende Rückgang klassischer Printprodukte infolge der Digitalisierung habe das Geschäftsmodell belastet. Hinzu kam das Ende der langjährigen Zusammenarbeit mit Ikea: Der Möbelkonzern hatte 2020 angekündigt, weltweit auf gedruckte Kataloge zu verzichten. Zwar sei der Wegfall dieses Großkunden allein nicht existenzbedrohend gewesen, habe die Situation jedoch deutlich verschärft.
Darüber hinaus leidet Wennberg unter den allgemeinen Rahmenbedingungen am Standort. Hohe Energiepreise, steigende Kosten, Bürokratie sowie eine hohe Steuer- und Abgabenlast haben die Wettbewerbsfähigkeit zunehmend eingeschränkt.
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