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27.04.2017  Wirtschaft
Druckindustrie im Seitschritt
Wenig gute Nachrichten konnte der neue Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) Dr. Paul Albert Deimel bei seiner ersten Fachpressekonferenz in Wiesbaden verkünden. Die Druckkonjunktur bewegt sich eher seitwärts, der Brancheriese Schlott geht in die Insolvenz und die bevorstehenden Manteltarifvertragsverhandlungen könnten sich zäh gestalten.
Die in Wiesbaden vorgelegten vorläufigen Zahlen und Prognosen gehen für das Jahr 2010 von einem Umsatzrückgang in Höhe von 2,5 Prozent und einem Wachstum im Jahr 2011 in Höhe von 0,25 Prozent aus. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen ist in 2010 um 9.000 auf 160.000 gesunken. „2011 wird ein Jahr der Weichenstellung“, kommentierte Deimel denn auch und meinte überwiegend damit, dass bei den anstehenden Manteltarifverhandlungen insbesondere bei den Maschinenbesetzungen für die Rotationsbetriebe vernünftige, zeitgemäße Lösungen gefunden werden müssten. Diese Frage könne über die „Zukunft des Fächentarifvertrages und der Branche entscheiden“. Die Schlott-Insolvenz bezeichnete er als „ausgesprochen bitter“, weil die Maßnahmen der letzten Jahre nicht ausgereicht hätten. Überschuldung durch Zukäufe schloss er als Grund für die aktuelle finanzielle Schieflage aus. Eher der „Wegfall des Quellekatalogs“ oder generelle Wettbewerbsnachteile des deutschen Tiefdrucks in Europa seien anzuführen.
Auf der Positiv-Seite seien Erfolge bei der Neufassung neuer Berufsbilder zu verbuchen, die die Branche befähigten, im anstehenden „Kampf um die besten Köpfe“ zu punkten. Und, offensichtlich hat die deutschsprachige Druckindustrie beim Umwelt-und Klimaschutz die Zeichen und Bedürfnisse ihrer Kundschaft erkannt. Allein der bvdm-Klimarechner wird in Deutschland und Österreich in über 200 Betrieben genutzt, über 6.000 t CO2 wurden bislang über dieses Hilfsmittel kompensiert und Klima-Projekte nach dem „Gold-Standard“ im Wert von 140.000 Euro gefördert.
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