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News / Rohstoffmärkte unter Druck
26.04.2017  Wirtschaft
Rohstoffmärkte unter Druck
Die Aussichten für die Rohstoffe, die bei der Produktion von Verbrauchsmaterialien für die Druckbranche gebraucht werden, sind nach Ansicht der Flint Group bestenfalls wechselhaft. In den vergangenen Monaten seien die Preise für viele wichtige Grundstoffe teilweise um bis zu 25 Prozent gestiegen. In den nächsten sechs Monaten werden daher vermutlich die Preise aller wichtigen Rohstoffe weiter anziehen.
"Bei unseren Transfer-Media-Produkten - den Druchtüchern, metallverstärkten Drucktüchern und Sleeves - kam es in den letzten drei Jahren zu einem kontinuierlichen Anstieg unserer Materialkosten", sagt Fredrik Broman, VP Produktmanagement Transfer Media, Flint Group Print Media Europe. "Laut unserer Prognosen wird sich dieser Trend fortsetzen und in 2011 sogar noch beschleunigen, da die Nachfrage nach Kautschukpolymeren, Lösungsmitteln, Geweben und Nickel ansteigen wird, insbesondere in Asien", so Fredrik Broman weiter.

Butadien, ein wichtiger Bestandteil von Gummimischungen für die Drucktuchoberfläche, habe seit Anfang 2009 einen dramatischen Anstieg erfahren. Die Marktpreise liegen heute beinahe 100 Prozent über dem Niveau vor der Rezession und der Abbau von Lagerbeständen hat zu einer geringeren Verfügbarkeit geführt, die den Druck auf die Preise noch erhöht. Sollte die Nachfrage auf diesem Niveau anhalten, wird auch die aktuelle Preisstruktur auf jeden Fall andauern, meint die Flint Group.

Gewebepreise steigen ebenfalls

"Das von uns verwendete Gewebe für die Herstellung des Unterbaus unserer Drucktücher erfährt seit einiger Zeit ebenfalls einen Anstieg", sagt Fredrik Broman. "Die neue Baumwollernte könnte zwar die Situation entspannen, klimatische Probleme, insbesondere in Pakistan, haben dies jedoch bisher verhindert." Die Preise für die von uns verwendeten Mischgewebe befinden sich ebenfalls weit über dem Niveau vor der Rezession, und die geringeren Ernteerträge werden im verbleibenden Jahr und bis weit ins Jahr 2011 hinein zu einem erheblichen Kostenanstieg führen. Sogar synthetische Fasern steigen im Preis, da sich die Nachfrage erhöht hat und es zu ölbedingten Einflüssen auf die Preise kommt."

Schlussendlich steigen aufgrund unerwartet hohem Marktbedarf und geringerer Raffinerie seit kurzem auch die Preise für Lösungsmittel, die bei der Herstellung von Transfer Media-Produkten eingesetzt werden. Die Preise sind aktuell höher als vor der Rezession, und es wird erwartet, dass sie im Jahr 2011 noch einmal um bis zu 7 bis 12 Prozent steigen werden.

Lösungsmittelpreise ziehen an

Nick Brannan, VP Produktmanagement Press Room Chemicals, Flint Group Print Media Europe ist wegen der Preisprognosen für Lösungsmittel ebenfalls besorgt, da sie einen erheblichen Einfluss auf konventionelle Drucktuchwaschmittel und Feuchtmittelzusätze haben. "Am meisten Sorgen bereiten uns die mangelnden Raffineriekapazitäten, diese Kapazitäten werden benötigt, um Rohöl in Erdöldestillate umzuwandeln", meint Nick Brannan und fügt hinzu: "Wir wissen, dass sich die Absatzmengen vieler Chemikalien seit dem Tiefpunkt in 2009 deutlich erholt haben. Einige sind um mehr als 30 Prozent gestiegen, was die Preise zusätzlich unter Druck setzt. Lösungsmittel, die als Ersatz für Alkohol eingesetzt werden, wie zum Beispiel Glykole und Glykolether auf Ethylen- und Propylenbasis, stehen ebenfalls unter Druck, da die Produktionsvolumina zu einem Zeitpunkt gedrosselt wurden, in der der Markt sich erholte. Außer Lösungsmitteln gibt es jedoch noch weitere Bereiche, die uns Sorgen bereiten. Stärke, die in Druckbestäubungspudern eingesetzt wird, könnte durch eine schlechte Weizen- und Kartoffelernte in Osteuropa und eine deutlich gestiegene Nachfrage weltweit knapp werden. Wir erwarten kurzfristig einen Preisanstieg von über 25 Prozent bei unseren Lieferanten."

Gummiarabikum, das in Feuchtmittelzusätzen zum Einsatz kommt, ist ebenfalls gefährdet, da lang anhaltende Regenfälle in den Produktionsgegenden dazu geführt haben, dass die Bäume in dieser Saison nur ein Mal anstatt zwei Mal geerntet werden können. "Hierdurch wird es zu kurzfristigen Lieferschwierigkeiten und unvermeidlichen Preisanstiegen nach der Ernte kommen", schließt Nick Brannan.

Dieses Szenario deckt sich mit der allgemeinen Preisentwicklung aller Rohstoffe, die bei der Produktion von Verbrauchsmaterialien für die Druckbranche eingesetzt werden, und es gibt leider keine Anzeichen dafür, dass sich diese Situation in absehbarer Zeit entspannen wird. Flint Group pflegt weiterhin einen offenen Dialog mit seinen Kunden und will diese auch in Zukunft regelmäßig auf dem Laufenden halten. (kü)
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