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07.06.2022  Technik
Verantwortungsvoll veredeln
Das aktuelle Cover von Druck & Medien ist mit einer Prägefolie veredelt, die Gräfe Druckveredelung verarbeitet hat. Geschäftsführer Frank Denninghoff kennt die aktuellen Trends in der Veredelung und weiß, wie Veredelung nachhaltig sein kann.
Die aktuelle Ausgabe von Druck & Medien wurde von Gräfe Druckveredelung veredelt. Dabei wurden die Prägefolie Lumafin clear von Leonhard Kurz und Prägewerkzeuge von Hinderer + Mühlich verwendet. Frank Denninghof, Geschäftsführer von Gräfe Druckveredelung und Vorstand im Forum Druckveredelung, spricht über aktuelle Trends und die Nachhaltigkeit von Veredelungen:

"Das omnipräsente Thema Nachhaltigkeit ist für Gräfe Druckveredelung schon langfristig im Focus. Dabei geht es uns gar nicht darum, einem Trend zu folgen, sondern vielmehr dem Themenkomplex der Druckveredelung, der im Spannungsfeld zwischen Attraktivität, Nachhaltigkeit und Notwendigkeit verankert ist, eine Bühne zu bieten.
 
Da ist zum einen die Rolle der Agenturen, die in der Markenführung gerade in Bezug auf Nachhaltigkeitsthemen kompetent beraten müssen. Dazu müssen sie in der Lage sein, detailliert alle Produktionsschritte unter wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten bewerten zu können. Zum anderen müssen und wollen Unternehmen ihre eigene Strategie viel stärker auf den Klimaschutz ausrichten, da Verbraucher besonders im Verpackungsbereich genau das verstärkt fordern.
 
Und dann sind da noch die Produktionsbetriebe, Druckereien, Veredelungsbetriebe, die neben ihrer Beratungskompetenz künftig noch mehr gefordert werden, das Potenzial von Energie- und Emissionseinsparungen zum Ziel der CO2-Neutralität auszuschöpfen, um mittelfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Das alles gelingt aber nur, wenn es uns gelingt, alle Aspekte von möglichst vielen Seiten aus zu beleuchten und Veredelung konzeptionell anzugehen.

Bis vor kurzem war der Begriff "Prägefoliendruck und Kaltfolientransfer" bei Druckereien und Agenturen die technisch korrekte Bezeichnung für die Veredelungsverfahren, bei denen eine Transferschicht mittels einer PET-Trägerfolie auf das Material übertragen wird. Da dabei keinesfalls eine Folie sondern nur eine extrem dünne Dekorschicht (0,02 µm) Aluminium auf das Papier übertragen wird, wurde zur Verdeutlichung die Terminologie zur Verdeutlichung auf Heißprägung und Kalttransfer abgeändert. Eine gute Markenführung muss gerade hier für Transparenz und eine verständliche Informationspolitik sorgen. Da ist eine Begriffswahl, die nachvollziehbar ist, sehr hilfreich.

Das gesammelte Trägerband wird neuerdings mit Kaltfolie beginnend über ein zertifiziertes Recosys System vom Hersteller Leonhard Kurz zurückgenommen und zu einem wiederverwendbaren Spritzguß Kunststoff aufbereitet, weitere Schritte für Prägefolie sollen in Kürze folgen, um hiermit den Wertstoffkreis aktiv zu schließen. Gräfe ist hierbei seit 2021 einer der ersten aktiven Pilotanwender.

Heißgeprägte und kalttransferierte Faltschachteln und Druckprodukte lassen sich ohne Probleme deinken oder stofflich recyceln, Papier und Karton ist durch seine Recyclingquote von über 80 Prozent nachhaltig, Spätestens hier wird klar: nicht nur der Drucker, auch die Agenturen und die Marken müssen wissen, dass mit der Kalttransfertechnologie eben keine Folie auf der Verpackung bleibt, die beispielsweise die Recyclingfähigkeit einschränken könnte.

Das gestiegene Umweltbewusstsein hat angesichts des drohenden Klimawandels bei vielen Marken dazu geführt, dass sehr viel genauer das Markenbild auf seine Konsistenz überprüft wird: passen Markenidentität, Produkt, und Packaging wirklich optimal zusammen? Welche Veredelung kann die Marke für das Packaging mit ihrer Haltung zum Thema Nachhaltigkeit guten Gewissens vertreten?"

Ist nachhaltige Markenkommunikation überflüssiger Luxus? 
Frank Denninghoff ergänzt: "Die Zukunft der Druckveredelung liegt in ihrer Kombination aus Wirksamkeit und Nachhaltigkeit."

Das ist Frank Denninghoffs feste Überzeugung, die er in einem White Paper als Credo der Unternehmenspolitik bei Gräfe Druckveredelung zusammengefasst hat. Um Produkte wirksam verkaufen zu können, ist über Druck hinaus die Ansprache weiterer Sinnesreize essentiell. Werden diese multisensorischen Wahrnehmungen aktiviert, erhöht dies – geschickt eingesetzt – die glaubhafte Verankerung des Markenkerns und steigert die Brandawareness erheblich. Genau dies ist der Grund, weshalb der Druckveredelung mit seiner großen Bandbreite an visuellen und haptischen Effekten eine derart wichtige Bedeutung zukommt. Überflüssiger Luxus? Bei weitem nicht, sondern eher das Mittel der Wahl. Denn veredelte Printprodukte erhalten dadurch einen höheren Wert, nicht nur für den Empfänger, sondern auch in Bezug auf die Langlebigkeit.
 
Ursache für die veränderte Strategie der Marken, sich neu zu positionieren und ihr Verhalten in allen Bereichen zu hinterfragen ist die berechtigte und notwendige Nachhaltigkeitsdebatte in allen Gesellschaftsschichten, deren Relevanz sich durch deutliche Verschiebungen im Verbraucherverhalten zeigt.

Für Denninghoff bedeutet das, dass auch Gräfe Druckveredelung sich dieser Verantwortung stellt und die Herstellung von ansprechenden Produkten ermöglicht, die in Bezug auf Recyclingfähigkeit allen Aspekten der Nachhaltigkeit entsprechen, dabei aber auch in der Produktion selbst alle Möglichkeiten ausschöpft werden, um Ressourcen und Energie einzusparen und im Idealfall CO2-neutral zu fertigen. Dazu bietet Gräfe seinen Kunden, aber auch Agenturen, Markenartiklern und Designern, umfassende Beratung zu sinnvollem Einsatz von Veredelungen, Materialien oder Modifikationen, um auf diesem Weg zu informieren, optimieren und sie darüber hinaus für die Notwendigkeit der Nachhaltigkeit zu sensibilisieren.
 
Wesentliche Schritte auf dem Weg zu nachhaltig verantwortungsvoller Druckveredelung sind bei Gräfe bereits beschritten und werden stetig weiter ausgebaut. So sind die Materialkreisläufe in Bezug auf Recycling optimiert, der Status zum CO2-Footprint für den Standort wird jährlich ermittelt und stetig verbessert. Energie wird aus erneuerbaren Quellen bezogen und zudem durch eigene PV-Anlagen ergänzt, die Energieeffizienz mit nachhaltigen Investitionen erhöht und über Monitoringsysteme nachgehalten.

Nicht zuletzt setzt Gräfe auf recyclingfreundliche Veredelungsverfahren wie Prägetransfer und Kalttransfer, bei denen Lack- und Bedampfungsschichten im µ-Bereich übertragen werden. Nötige Trägermaterialien werden dabei sortenrein getrennt und können als Wert- und Rohstoff weiterverarbeitet werden.

"Wir sind verantwortungsvoll aufgestellt, um tragfähige Antworten auf drängende Fragen in Bezug auf Wirksamkeit der Kombination von Druckveredelung und Nachhaltigkeit zu geben. Mit dieser Überzeugung haben wir die Voraussetzungen geschaffen, Lösungen anzubieten, damit Nachhaltigkeit und Luxuriosität keinen Widerspruch darstellen."
 
Der Trend, dass immer mehr Unternehmen bei Nachhaltigkeitsthemen radikalere Maßnahmen ergreifen, als die Politik verlangt, stimmt optimistisch. Und dass dadurch die Herstellung nachhaltigerer Produkte einfacher wird, liegt auf der Hand. Mit dem richtigen Konzept und geeigneten Partnern kann es jedenfalls schon heute gelingen, ökologisch verantwortungsvoll zu veredeln. (kü)

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