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News / Ukrainekrieg trübt Geschäftserwartungen in der Druckbranche
Die Geschäftserwartungen in der Druckbranche werden schlechter. (Grafik: bvdm)
02.05.2022  Wirtschaft
Ukrainekrieg trübt Geschäftserwartungen in der Druckbranche
Der Ukrainekrieg hat spürbare Auswirkungen auf die Druckbranche. Wie die Druckereien die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten einschätzen.
Nachdem das Geschäftsklima der deutschen Druck- und Medienbranche bereits im März abgekühlt war, brach es im April ein. Der vom Bundesverband Druck und Medien berechnete Geschäftsklimaindex fiel gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 4,4 Prozent. Damit notierte er mit 95,8 Punkten, zum zweiten Mal in Folge in diesem Jahr leicht unterhalb seines Vorjahresniveaus.

Die Auswirkungen des Ukrainekrieges sowie die Schwankungen der Energiepreise führten zu pessimistischeren Geschäftserwartungen bei den Unternehmen, von denen derzeit offenbar viele mit einer weiteren Verschärfung der Lieferengpässe und Kostensteigerungen bei Vorleistungsgütern rechnen.

Im April bewerteten die vom ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage so gut wie im März. Ihre Erwartungen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung der nächsten sechs Monate fielen jedoch wesentlich schwächer aus als im Vormonat. Die Werte der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Nachdem der saisonbereinigte Geschäftslageindex im März etwas gestiegen war, schwächte  sich dieser Zugewinn im April ab. Der Index notierte zwar noch mit 102,1 Punkten rund 16 Prozent über seinem Vorjahresniveau, stagnierte jedoch fast vollständig im Vergleich zum Vormonat März. Hierfür sind vor allem die anhaltenden Produktionsbehinderungen verantwortlich.

So klagen 91 Prozent aller befragten Unternehmen über gravierende Behinderungen in ihrer Produktion. Davon bemängeln 82 Prozent besonders die andauernde Materialknappheit. Diese wird durch die Auswirkungen des Ukrainekriegs auf die Preissteigerung der Erzeugerpreise für Vorleistungsgüter und den zusätzlichen Druck auf die ohnehin schon belasteten Lieferketten weiter verschärft.

Hinzu kommt, dass die im Vergleich zum Vorjahr gesteigerte Produktion, zu einer erhöhten Nachfrage an Fachkräften und somit zu einem Mangel an qualifiziertem Personal in der Druck- und Medienindustrie führt. Dieser kann derzeit nur schwer ausgeglichen werden. Rund 60 Prozent aller von Produktionsbehinderungen betroffenen Unternehmen sehen darin eine Gefährdung ihrer Produktion.

Die Auswirkungen des Ukrainekriegs beherrschen die erwartete Geschäftsentwicklung der Druck- und Medienunternehmen der nächsten sechs Monate weiterhin gravierend. Der Index der Geschäftserwartungen verlor im April 8,7 Prozent und verstärkte damit seine Abwärtsbewegung aus dem März weiter.

Mit 90,0 Punkten notiert der saisonbereinigte Index rund 16 Prozent unter seinem Vorjahresniveau und befindet sich nur noch rund 6,7 Prozent über seinem Corona-Tiefststand vom April 2020. Dies beziffert den stärksten Rückgang im Vorjahresvergleich seit dem Ausbruch der Coronakrise.

Rund 42 Prozent der Befragten in der Druck- und Medienbranche rechnen mit einer Eintrübung der Geschäftslage in den nächsten sechs Monaten. Lediglich rund 7 Prozent erwarten, dass sich die Lage bessert. Somit fiel der saisonbereinigte Saldo im April um rund 16 Prozentpunkte und liegt nun bei −26 Prozentpunkten. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Minus von rund 33 Prozentpunkten.

Die eingetrübten Unternehmenserwartungen werden weiterhin von dem zusätzlichen Druck auf die Lieferketten und den steigenden Preisen für Vorleistungsgüter geleitet. Vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs kommen Unsicherheiten über die Preislage und Versorgungssicherheit mit Erdgas und Energie hinzu. Viele Unternehmen sehen offensichtlich die Gefahr von Produktionsausfällen, durch eine Verschärfung von Lieferengpässen und zusätzlichen Kostenbelastungen. (kü)

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