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News / Druckhaus Mainfranken installiert automatische Plattenzuführung
Ein Spezialgerüst schützte die Druckmaschinen. (Bild: Jens Gieseler)
20.12.2021  Technik
Druckhaus Mainfranken installiert automatische Plattenzuführung
Das Druckhaus Mainfranken hat eine automatische Plattenzuführung installiert. Wie das dank eines Spezialgerüsts bei laufender Produktion gelungen ist.
Unternehmen, die ihre Produktionshalle umbauen oder sanieren, legen oft für Wochen ihre gesamte Produktion still. Nicht so das Druckhaus Mainfranken in Kesselsdorf. Um die drei Druckmaschinen von Koenig & Bauer optimal auszulasten, beschloss das Druckunternehmen eine automatische Zuführung für die dünnen, etwa zwei Kilo schweren Aluminiumplatten zu installieren. "Bei einer manuellen Plattenzuführung sind Spitzenleistungen an den Druckmaschinen ohne zusätzlichen Personalaufwand auf Dauer unzumutbar", begründet Projektingenieur Matthias Plachetta den notwendigen Umbau.

Derartige Schienensysteme entwickelt Taenzler Maschinen- und Anlagenbau seit 17 Jahren, meist für die Automobilindustrie sowie Fenster-, Türen- und Wintergartenhersteller. "Eine Herausforderung in Kesselsdorf war die Deckenhöhe von 5,50 Metern", sagt Rene Hübner, "zum anderen steht unter uns eine 30 Meter lange, hoch sensible Druckmaschine". Dem zuständigen Projektleiter aus Laußnitz war schnell klar, dass die eigene Gerüsttechnik nicht ausreicht: Weder war genügend Platz zum Aufstellen, noch konnten sie die empfindlichen Maschinen mit ihren "Bordmitteln" ausreichend schützen. Ein Sondergerüstbauer musste her. Den fand Taenzler mit Gemeinhardt Service.

Die Gerüstspezialisten entwickelten nicht nur Arbeitsplattformen, auf denen zwei Monteure mit 300 Kilo Material und Werkzeug agieren konnten, sowie fünf Gangstege – vor allem sicherten die Sachsen aus Roßwein die Druckmaschinen vor möglicherweise herabfallenden Schraubenziehern, Muttern oder noch kleineren Teilen. Konkret bedeutete das: Wurde das Schienensystem über der ersten Druckmaschine installiert, konnten die zweite und dritte Druckmaschine problemlos weiterarbeiten.

"Der Produktionsausfall wäre für uns immens gewesen, eigentlich nicht akzeptabel", sagt Plachetta, denn im Druckhaus Mainfranken wird im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet und der Einbau und die Einlaufphase des Schienensystems dauerte rund sechs Wochen. "Wir sind sehr zufrieden, wie Taenzler und Gemeinhardt das Projekt gemeinsam umgesetzt haben", sagt der gelernte Drucker und studierte Druck- und Medientechniker.

"Mit 'Schutz in Perfektion' haben wir eine Marke entwickelt, damit die hocheffizient arbeitenden Industrieunternehmen während einem Umbau oder einer Sanierung zumindest in Teilen weiter produzieren können", sagt Gemeinhardt-Projektleiter Mika Stanarius. Bereits seit Jahren arbeitet der Sondergerüstbauer für Industriebetriebe, hängte bei einem Motorenhersteller die Decke ab, um Galvanisationsbecken zu schützen oder errichtete mehrfach Schall- und Staubschutzwände damit nebendran relativ unbeeinflusst weitergearbeitet werden konnte.

Der Auftrag sei einer der kniffligeren gewesen, so der junge Gerüstbaumeister. Eigentlich wäre ein Hängegerüst optimal gewesen, aber das gab die Statik der Halle nicht her. Deshalb mussten sich die Gerüstbauer wegen der engen Gänge zwischen den drei Maschinen besonders stabile Stützsysteme ausdenken. Und über den hochgezüchteten Maschinen mussten die vier Gerüstbauer besonders vorsichtig arbeiten. "Wir haben für den gesamten Aufbau zehn Tage benötigt", erzählt Stanarius, das sei für das Unternehmen eher lang, aber den besonderen Bedingungen geschuldet.

Für Rene Hübner war die Zusammenarbeit mit seinem Subunternehmen unkompliziert und schnell: "Eine Baustelle ist eine Baustelle, das funktioniert nie genau wie geplant", so der Taenzler-Mitarbeiter. Entscheidend sei dann, schnell zu reagieren und eine Lösung zu finden. Letztlich zählt für ihn allerdings das Urteil seiner Mitarbeiter: "Meine Monteure waren begeistert über den Arbeitsschutz und die Sauberkeit auf dem Gerüst." (kü)

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