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01.12.2021  Wirtschaft
Papierkrise: Kunden und Drucker müssen besser kommunizieren
Der Fachverband Faltschachtel-Industrie (FFI) hat in einer Blitzumfrage die aktuelle Versorgungslage bei Papier und Karton abgefragt. Dabei zeigte sich ein möglicher Lösungsweg in der Papierkrise auf.
Die gegenwärtige Versorgungslage beziehungsweise die exorbitant langen Lieferzeiten für Karton bleiben vermutlich noch für einige Zeit bestehen, wie der Fachverband Faltschachtel-Industrie (FFI) aus einer aktuellen Blitzumfrage ableitet. Zur Entspannung der Situation können wesentlich die Kunden beitragen, indem sie ihre Vorhersagen zur tatsächlich benötigten Verpackungsmenge optimieren.

"Wir sehen eine entsprechende Kommunikation der jeweiligen Marktpartner als entscheidend dafür an, die aus dem Takt geratene Supply Chain zu beruhigen, indem die tatsächlichen aktuellen und zukünftigen Bedarfe an Faltschachteln der Kunden mit den Kapazitäten an Rohmaterialien in eine effiziente Kopplung gebracht werden", stellt Andreas Helbig, Sprecher des FFI-Vorstands, fest.

Herausfordernd bleiben allerdings externe Faktoren wie die Volatilitäten bei der Altpapier-Versorgung, die Entwicklung der Energiekosten oder der allgemeine Preisauftrieb. Gleichwohl gilt die Supply Chain für Faltschachteln, die aus der natürlichen, nachwachsenden und zertifiziert nachhaltigen Rohstoffquelle Holz oder aus Kreislauf geführtem Altpapier stammen, als resilient.

Die FFI Blitzumfrage belegt unter anderem eine aktuell deutlich verlängerte Reichweite des eigenen Auftragsbestands der Faltschachtel-Hersteller im Vergleich zum Anfang des Jahres 2021. Momentan reicht der durchschnittliche Auftragsbestand für eine Produktion von elf Wochen.

Dem stehen Lieferzeiten für Frischfaser- oder Recycling-Karton gegenüber, die zum Teil noch deutlich darüber liegen. In mehreren Preiserhöhungs-Runden stiegen die Kosten für Frischfaserkarton zum Großteil zwischen 10 und 20 Prozent, bei Recyclingkarton für mehr als zwei Drittel der 36 an der FFI Umfrage teilnehmenden Faltschachtel-Hersteller um mehr als 20 Prozent.

Auffällig, aber vor diesem Hintergrund teilweise nachvollziehbar, sind die Entwicklungen der eigenen Lagerbestände. So berichtet mehr als die Hälfte der Unternehmen von einer Zunahme beziehungsweise starken Zunahme ihrer Bestände an Rohmaterialien. Lösungen für die Verwerfungen in der Supply Chain werden vor allem in einer verbesserten Kommunikation und pragmatischen Planung der realistischen Bedarfe an Karton und Faltschachteln gesehen. (kü)

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