Vor einigen Jahren hatte sich Sattler aus dem Einstecken und Zusammentragen zurückgezogen. Warum die Druckerei diese Dienstleistung jetzt wieder zurück ins eigene Unternehmen holt.
Die Sattler Media Group in Hornburg hat eine Zusammentrag- und Einstecklinie von Ferag in Betrieb genommen. Das System aus EasySert und FlyStream bewältigt das Einstecken in sehr dünne Hauptprodukte.
Die Sattler Media Group ist seit 45 Jahren, zuerst in Hornburg, später auch in Barleben bei Magdeburg, Anbieter für die Herstellung von hochauflagigen Zeitungsbeilagen, Magazinen und Katalogen. Mit der Übernahme der Sattler Direct Mail im Jahr 2015 wurde das Angebotsspektrum den Bereich Dialogmarketing in Hildesheim erweitert.
2020 entstand mit einem weiteren Zukauf das Geschäftsfeld Sattler Premium Print. Am Standort Bad Oeynhausen werden Druckvorstufe, Individualisierungsmöglichkeiten im Digitaldruck, eine Bogen- und Rollenoffsetproduktion, Sammelheftung und Klebebindung sowie Lager- und Versandlogistik offeriert. Darüber hinaus bietet Sattler seinen Kunden Leistungen in den Bereichen Postkonsolidierung und Portooptimierung an und eröffnet über den Verlag Sattler Agrar Media werbliche Möglichkeiten im landwirtschaftlichen Marktumfeld. Die Sattler Media Group und ihre mehr als 500 Mitarbeitenden produzieren damit nun an vier Standorten entlang der Autobahn A2.
Sowohl im Werk in Hornburg wie auch in Barleben verfügt Sattler über langjährige Erfahrung mit Weiterverarbeitungssystemen von Ferag. Vor wenigen Jahren hatte sich das Unternehmen aber aus dem Einstecken und Zusammentragen zurückgezogen, weil immer weniger Produkte im Segment der Zeitungsbeilagen einzustecken waren und stattdessen inline gefertigt werden konnten – etwa mit intermittierendem Leimauftrag in entsprechend ausgerüsteten Rollenoffset-Maschinen. Teilweise wurden Leistungen auch an Zulieferer ausgelagert. Inzwischen konnte Sattler jedoch neue Aufträge hauptsächlich im Lebensmittel-Einzelhandel gewinnen, wo es immer wieder Hauptbeilagen als "Trägerprodukte" gibt, die durch Themenflyer ergänzt werden.
Ralf Büttner, der für Technik und Produktion zuständige Geschäftsführer, sagt: "Durch die Zunahme solcher Aufträge hat es sich für uns gelohnt, wieder in das Thema einzusteigen und selbst zu fertigen. Die aktuelle Ferag-Technologie ist natürlich deutlich leistungsfähiger, leichter einzurichten und zu betreiben als unsere früheren, damals circa 15 Jahre alten Anlagen dies waren." Für Sattler war es wichtig, in eine modular erweiterbare Technologie zu investieren, die jederzeit an Marktanforderungen der kommenden Jahre anzupassen ist.
In einem ersten Schritt ging eine unabhängig von den bestehenden Druckmaschinen operierende Zusammentragstrecke der Ferag in Betrieb ¬– bestehend aus einer EasySert-Trommel, einer FlyStream-Linie und vier Anlegern. Zwei der vier Anleger sowie der Anleger für das Hauptprodukt sind mit einer Anlegerverlängerung ausgerüstet, die eine zwar manuelle, aber sehr rationelle Versorgung ermöglichen. Über eine Universal Transporteur-Kette werden die komplettierten Produkte an einen Kreuzleger und Lagenpalettierer übergeben.
Für Ferag sprach laut Ralf Büttner neben der einfachen und leicht erlernbaren Bedienung des Systems auch die Fähigkeit, besonders dünne Hauptprodukte mit Dicken unterhalb von einem Millimeter zum Einstecken zu öffnen. Ferag löst dies mit Hilfe von Blasluft und einem kleinen Schwert, das das Hauptprodukt in der EasySert-Trommel trotz Geschwindigkeiten von bis zu 30.000 Kollektionen pro Stunde offen hält. (kü)
Das Bild zeigt (v.l.): Ralf Büttner, Geschäftsführer Technik, Sattler Media Group; Guido Lennartz, Verkauf und Prokurist, Ferag Deutschland; Martin Koschei, Geschäftsführender Gesellschafter, Sattler Media Group und Marc Holzapfel, Produktionsleiter, Sattler Media Press.
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