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News / Geschäftsklima in der Druckbranche kühlt ab
Corona wirkt sich weiter auf die Druckbranche aus. (Grafik: bvdm)
03.05.2021  Wirtschaft
Geschäftsklima in der Druckbranche kühlt ab
Druckereien beurteilen ihre zukünftige Geschäftsentwicklung wieder pessimistischer. Welche Gründe das hat.
Nachdem sich das Geschäftsklima der deutschen Druck- und Medienbranche in den vergangenen zwei Monaten stark aufgehellt hatte, kühlte es sich im April wieder ab. Der vom Bundesverband Druck und Medien berechnete Geschäftsklimaindex fiel gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 5,3 Prozent. Mit 94,6 Punkten notiert der Index allerdings 15,3 Prozent und damit deutlich über seinem Vorjahresniveau. Dieser starke Anstieg ist jedoch vor allem auf einen statistischen Basiseffekt zurückzuführen – im April 2020 war der Index coronabedingt auf ein historisches Tief gefallen, sodass der Vorjahresvergleich nun besonders hoch erscheint.

Im April beurteilten die vom ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen ihre Geschäftslage ähnlich wie im März. Ihre Erwartungen ihre zukünftige Geschäftsentwicklung hingegen, fielen pessimistischer als im Vormonat aus. Die Werte der aktuellen und der erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.
 
Nachdem der saisonbereinigte Geschäftslageindex im Februar und März gestiegen war, stagnierte er im April mit 85,7 Punkten nahezu auf dem Vormonatswert – das Minus betrug lediglich 0,3 Prozent. Damit notierte der Index erstmals seit Ausbruch der Coronakrise wieder über seinem Vorjahresniveau – das Plus betrug 5,0 Prozent. Der zentrale Grund für diesen Anstieg im Vorjahresvergleich ist ein statistischer Basiseffekt.

Im April 2020 war der Index coronabedingt auf ein historisches Tief gestürzt, sodass der aktuelle Vorjahresvergleich nun sehr positiv ausfällt. Dieser Basiseffekt erklärt auch den hohen Anstieg der Kapazitätsauslastung, die im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozentpunkte auf 74,8 Prozent zulegte. Nach wie vor liegt sie allerdings deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 82,2 Prozent. Neben dem Auftragsmangel sorgen zurzeit auch Engpässe bei Vorprodukten für eine Beeinträchtigung der Produktion. So klagten im April 25 Prozent der von Produktionsbehinderungen betroffenen Unternehmen über Materialknappheit – dies ist der höchste Wert seit 2010.
 
Dass sich trotz der stabilen Geschäftslage das Geschäftsklima eintrübte, ist darauf zurückzuführen, dass die Druck- und Medienunternehmen ihre für die nächsten sechs Monate erwartete Geschäftslage schwächer als im Vormonat beurteilten. Im April sank der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen um 10,2 Prozent auf 104,5 Punkte und gab damit den gesamten Zuwachs vom März wieder ab. Nachdem der Index in den letzten beiden Monaten deutlich zulegen konnte, korrigierten die Unternehmenslenker ihre Erwartungen im April wieder nach unten.

Der zentrale Grund für diese Korrektur ist das derzeit wieder sehr dynamische Infektionsgeschehen, welches die zuletzt aufgekommenen Hoffnungen auf eine baldige wirtschaftliche Erholung dämpft. So gaben im April 92 Prozent aller Befragten an, dass ihre derzeitige Produktionskapazität ausreicht, um vorhandene sowie für die nächsten 12 Monate erwartete Aufträge zu fertigen. Das trotzt dieses vormonatlichen Rückgangs ein außergewöhnlich starker Indexanstieg im Vorjahresvergleich in Höhe von 26,6 Prozent registriert werden konnte, liegt auch in diesem Fall am statistischen Basiseffekt. (kü)

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