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28.04.2017  Wirtschaft
Unterstützung für Ex-Mitarbeiter
Die Europäische Kommission bewilligte einen Antrag Deutschlands auf Hilfe aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung. Mit den 8,3 Millionen Euro sollen 1.181 Arbeitskräfte wieder in Lohn und Brot gebracht werden. Der Antrag wurde eingereicht, nachdem 1.263 Beschäftigte der Heidelberger Druckmaschinen AG entlassen worden waren.
"Die Wirtschaftskrise hat sich auf die Beschäftigungslage in der ganzen EU ausgewirkt. Bei einem Auftragsrückgang der deutschen Druckmaschinenhersteller von 52,6 Prozent ist auch diese Branche nicht von Entlassungen verschont geblieben", sagte der für Beschäftigung zuständige EU-Kommissar László Andor. "Europaweit werden Arbeitskräfte durch den EGF unterstützt, und ich bin zuversichtlich, dass diejenigen, die bei der Heidelberger Druckmaschinen AG entlassen wurden, dank der EGF-Maßnahmen bessere Wiederbeschäftigungschancen haben werden."

Der deutsche Antrag betrifft 1.263 Entlassungen bei der Heidelberger Druckmaschinen AG. Infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise sind die Ausgaben für Druckerzeugnisse, insbesondere für Werbematerial, weltweit stark gesunken. Im ersten Halbjahr 2009 fielen die Werbeausgaben in Europa um mehr als neun Prozent im Vorjahresvergleich.

Heidelberger Druckmaschinen  legte zwar 2008 ein Anpassungsprogramm mit einem Einsparvolumen in Höhe von 300 Millionen Euro pro Jahr auf, jedoch konnten diese Bemühungen nicht verhindern, dass eine große Anzahl von Arbeitskräften entlassen werden musste, um dem unvorhergesehenen Auftragsrückgang infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise zu begegnen.

Die Entlassungen hatten beträchtliche Auswirkungen auf die regionale Beschäftigung in den am stärksten betroffenen Städten: In Heidelberg, Mannheim und Karlsruhe stieg die Arbeitslosenquote von Dezember 2008 bis März 2010 um 12,4 Prozent, 12,3 Prozent beziehungsweise 15,6 Prozent, womit die Zunahme signifikant über dem bundesweiten Anstieg von 3,7 Prozent lag.

Das EGF-Maßnahmenpaket zur Unterstützung der ehemaligen Beschäftigten der Heidelberger Druckmaschinen AG wird 1.181 der am stärksten benachteiligten unter ihnen helfen, eine neue Arbeit zu finden, und zwar durch Beihilfen für die Arbeitsuche, Qualifizierungs-Management, Qualifizierungsschulungen, Beratung und Betreuung, Workshops und Peergroups, Stellenresearch, internationale Beratung, vertiefte Existenzgründungsberatung sowie Mobilitätshilfen.

Die Gesamtkosten des Pakets werden mit knapp 13 Millionen Euro veranschlagt, zu denen die Europäische Union über den EGF 8,3 Millionen Euro beisteuern soll.

Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Januar 2007 gingen 65 Anträge über insgesamt rund 373,6 Millionen Euro zur Unterstützung von mehr als 70.000 Arbeitskräften ein. Der EGF wurde Ende 2006 auf Vorschlag von Präsident Barroso vom Europäischen Parlament und vom Rat eingerichtet und soll Arbeitskräfte unterstützen, die aufgrund der Folgen der Globalisierung ihren Arbeitsplatz verlieren.

Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert und die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen gestärkt. Der EGF ist Teil der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die ab dem 1. Mai 2009 gestellt wurden. (kü)
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