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News / "Eine Renaissance der Sammelheftung"
Lorenz Wild (l.) und Michael Kirmaier (Bild: Müller Martini)
09.03.2021  Technik
"Eine Renaissance der Sammelheftung"
F&M Druck und Medien hat einen neuen Sammelhefter gekauft. Dahinter steckt eine bemerkenswerte Entwicklung.
F&W Druck und Medien im bayerischen Kienberg hat einen neuen Sammelhefter Prinova von Müller Martini in Betrieb genommen. 

Als sich F&W vor acht Jahren dafür entschied, die zuvor an auswärtige Partnerbetriebe vergebene Klebebindung ins eigene Haus zu holen, verzeichneten Softcover-Produkte im Werk im südbayrischen Kienberg am Chiemsee einen Aufschwung. Und sie machen heute mit 60 Prozent den größten Teil des Umsatzvolumens des vor drei Jahrzehnten von Fritz Föttinger und Lothar Wild gegründeten Familienunternehmens aus. Doch in jüngerer Zeit haben sammelgeheftete Druckerzeugnisse, die bei F&W 30 Prozent ausmachen, laut Lorenz Wild wieder angezogen.

"Man kann durchaus von einer Renaissance der Sammelheftung sprechen", sagt der für die technischen Belange der Firma zuständige Geschäftsführer und Sohn des Firmengründers, der zusammen mit seinem Bruder Benedikt, Ajtha Föttinger und Michael Kirmaier die zweite Generation von F&W bildet. Das liegt laut Lorenz Wild nicht zuletzt auch daran, dass die eine oder andere Zeitschrift aus Kostengründen nun sammelgeheftet statt klebegebunden wird. Allerdings haben sich sammelgeheftete Magazine, Broschüren und Zeitschriften parallel zu dieser Entwicklung stark verändert.

"Zunehmend gefragt sind Produkte im qualitativ hochwertigen Bereich mit Veredelungen, sechs- bis achtseitigen Umschlägen und Klappenseiten im Innenteil", sagt Lorenz Wild. Zudem bestellen die Kunden verstärkt spezialisierte, personalisierte und teils saisonale Inhalte enthaltende Varianten des gleichen Produkts. Was gleichzeitig bedeutet, dass die Auflagen laufend kleiner werden. "Hatten wir früher beispielsweise eine 64-seitige Broschüre, produzieren wir heute für den gleichen Kunden zwei 32-seitige Produkte, die auf den Umschlägen unterschiedliche Händleradressen aufweisen und in verschiedenen Sprachen gedruckt werden. Die Komplexität der Produktion hat stark zugenommen."

Seinen Betrieb nahm der über sechs Flachstapelanleger, einen Umschlaganleger und eine Paket-Banderolierauslage Palamides Delta 502 verfügende neue Prinova Ende Januar auf – parallel zum BravoPlus, der zwecks Vermeidung eines Nadelöhrs weiterhin als Backup-Maschine einsetzt wird. Der Auflagebereich der für Kunden vorwiegend in Süddeutschland und in Österreich gehefteten Produkte geht pro Job von 300 bis 300.000 Exemplare – die auch regelmäßig im A5-Doppelnutzen gefertigt werden. Die durchschnittliche Auflage liegt bei 3.000 bis .5000 Exemplaren pro Titel. (kü)

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