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18.02.2021  Wirtschaft
Corona-Pandemie beeinträchtigt die Druckfarbenhersteller
Die Corona-Krise hat Auswirkungen auf die Herstellung von Druckfarben. Welche Faktoren eine Rolle spielen und was das für Druckerinnen und Drucker bedeutet.
Der Europäische Druckfarbenverband (EuPIA) stellt fest, dass die Druckfarbenhersteller bereits Anfang des Jahres eine Anhäufung von Faktoren sehen, die hauptsächlich durch die Covid-19-Krise ausgelöst wurden und die gesamte Rohstofflieferkette stark beeinträchtigen. Während die EuPIA-Mitglieder weiterhin beharrlich daran arbeiten, die Risiken für die Kunden zu minimieren, weisen sie auf den wirtschaftlichen Druck hin, der den Druckfarbenmarkt beeinflusst.

Bereits im ersten Quartal 2021 seien die weltweiten Preise für Pigment-Rohstoffe stark gestiegen. Dies liege hauptsächlich an einer hohen Nachfrage in allen Branchen, einem gewachsenen Bedarf in den Produktionsländern, einem allgemeinen Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sowie höheren Kosten für Pigmentkomponenten. Während die tatsächlichen Kosten von Region zu Region stark variierten, wurden die überdurchschnittlich hohen Kosten pro Tonne durch deutlich höhere Frachtkosten verschärft.

Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr ist das Angebot an TiO2 eingeschränkt, mit begrenzter Lieferflexibilität über die regulären Mengen hinaus. Dies habe zu deutlich verlängerten Vorlaufzeiten zur Sicherung der Versorgung und zu weiteren Prognose-Instabilitäten geführt, informiert der Verband. Bei den Farbpigmenten treiben sowohl die Kostensteigerungen bei den petrochemischen Rohstoffen als auch die erhöhten Logistikpreise die Gesamtkosten in die Höhe.

Parallel zu den Pigmenten seien auch die petrochemischen Rohstoffe teurer geworden. Im zweiten Quartal 2020 stiegen die Kosten in der Mehrzahl der petrochemischen Segmente. Je nach Standort wurden Engpässe bei Epoxidharzen, eine hohe Nachfrage nach Polypropylenglykolen, die bei der Herstellung von Weichschaumstoffen verwendet werden, und ein Anstieg bei Acrylsäuren beobachtet. Darüber hinaus erlebten die Hersteller aufgrund der anhaltenden Frachtbeschränkungen längere Lieferzeiten und eine anhaltende Preissteigerung für Schiffscontainer. Diese Volatilität habe zu einer zusätzlichen Komplexität bei der logistischen Planung und zu Schwierigkeiten bei der genauen Vorhersage längerfristiger Prognosen geführt.
 
Bis in das Jahr 2021 hinein gab es eine erstaunliche Rallye der Pflanzenölpreise auf ein Sechs-Jahres-Hoch, was auf mehrere Entwicklungen zurückzuführen ist, die sich gegenseitig verstärken, so der Verband: Die Palmölproduktion befindet sich auf einem Dreijahrestief, während die Palmölbestände weltweit auf niedrigem Niveau sind; der Sojaöl-Komplex drehte von einem Überschuss ins Defizit, da ungünstige Wetterbedingungen in den USA und Dürreschäden in Lateinamerika sowohl die Produktion als auch das Angebot reduzierten - außerdem sind die chinesischen Importe und der Verbrauch stärker als erwartet gestiegen. Alle diese Faktoren haben sich auf die Kosten für Pflanzenöle und deren Derivate wie Alkydharze und Ester ausgewirkt, die das Rückgrat von pastösen Farben bilden, die sowohl im Verpackungs- als auch im Publikationsdruck verwendet werden.
 
Eine enorme Störung des Welthandels bestehe zudemn zurzeit in der Schifffahrt. Der Katalysator für diese Störung ist die Covid-19-Pandemie, die eine sprungweise Nachfrage im internationalen Handel ausgelöst hat. Frühere Containerbewegungen sind chaotischer geworden. Infolgedessen wurden Container zu Häfen auf der ganzen Welt geschickt, wo sie gestrandet sind; viele Container befinden sich nun in den falschen Teilen der Welt oder in unpassenden Häfen. Das Ungleichgewicht zwischen Kundennachfrage und knappem Angebot hat zu einer ernsthaften globalen Verknappung von Frachtkapazität geführt. 

Rohstoffe und Fracht machen den Großteil der Gesamtkosten für die Herstellung von Druckfarben aus. Es sei daher unvermeidlich, dass diese höheren Materialkosten in Verbindung mit einer begrenzten Verfügbarkeit einen großen Einfluss auf Effizienz und Widerstandsfähigkeit der produzierenden Unternehmen haben werden. Exponentiell steigende Frachtkosten werden die aktuelle Situation weiter verschärfen. Wie schon bei früheren Lieferstörungen versuchen die EuPIA-Mitglieder, die höheren Kosten durch interne Prozessoptimierungen, alternative Beschaffungsmöglichkeiten und Effizienzsteigerungen abzufedern. (kü)

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