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19.11.2020  Technik
Messsystem wird um Lackpasser erweitert
Das Passermessystem Luchs wird jetzt um die Funktion "Lackpasser" zur Lagebestimmung einer Lackierung zum Druckbild erweitert. Wie ein Forschungsprojekt dafür den Ausschlag gab.
Der Bundesverband Druck und Medien gibt die Richtlinie "Technische Abnahme von Lackierwerken an Bogenoffsetdruckmaschinen" heraus. Sie entstand in Zusammenarbeit mit Druckmaschinenherstellern den technischen Beratern der Landesverbände und dem Sächsischen Institut für die Druckindustrie und legt die genauen Bedingungen und Sollwerte dieser Qualitätsüberprüfung fest.

So sind der Bedruckstoff, die Druckgeschwindigkeit und die klimatischen Bedingungen standardisiert, sodass Ergebnisse vergleichbar werden. Je nach Druckmaschinenformat sind bis zu 16 Messpunkte in regelmäßigen Abständen über den Bogen verteilt.

Die Bogen des für den Versuch zu verwendenden glänzend gestrichenen Bilderdruckpapiers werden mit 85% der maximalen Maschinengeschwindigkeit lackiert. Anschließend erfolgt die Bestimmung der Glanzwerte aller Positionen auf 10 zufällig ausgesuchten Bogen bei einer Auflage von 100 Bogen. Geprüft werden die Homogenität und die Konstanz des Auftragens.

Im Zuge dieser Entwicklung erfolgte im Sächsischen Institut für die Druckindustrie in Leipzig die Bearbeitung eines Forschungsprojektes. Ziel war es, eine Möglichkeit zu finden, um auch die Position des Lackauftrages in der Druckmaschine analog zur bekannten Passermessung sichtbarer Farben zu bestimmen.

Die Ermittlung der Position transparenter oder kaum sichtbarer Lacke und Farben, die nur partiell aufgetragen werden sollen, war bisher eine nicht gelöste technische Aufgabe. Diese Funktion ist bei zunehmenden Aufträgen mit einer Lackveredelung wichtig und notwendig, zumal auch eine Tendenz zur Spotlackierung zu verzeichnen ist. Hier ist die richtige Position des Lackauftrags zur "sichtbaren" Farbe von entscheidender Bedeutung.

Zur Überprüfung des Passerverhaltens in Druckmaschinen wird das Passermesssystem Luchs von PITSID eingesetzt. Die vierte Generation wurde jetzt um die Funktion "Lackpasser" zur Lagebestimmung einer Lackierung zum Druckbild erweitert. Mit einer Spezialbeleuchtung können spezielle Lackmarken, die von dem oder den Lackierwerken aufgetragen wurden, sichtbar gemacht werden. So ist die Position zu einer farbig gedruckten Messmarke bestimmbar und wird mit der gleichen höchsten Präzision vermessen wie bei kontrastreicheren Farben.

Im Messkopf für den Lackpasser ist eine zusätzliche Beleuchtungseinheit notwendig. Mit einem Messkopf können dann beide Arten der Passermarken für das System sichtbar gemacht werden. Je nach Messmodus ist die entsprechende Beleuchtungseinheit angeschaltet. So werden bei der Lackpassermessung nur die eigens dafür vorgesehenen Messelemente ausgewertet.

Die Darstellung erfolgt analog der Auswertung der Farbpassermessung und die Schwankung der Lackposition wird zur Referenzfarbe (Standfarbe) angezeigt. Mit der beschriebenen zusätzlichen Funktion, die nun in die 4. Generation des Passermesssystems Luchs integriert wurde, sind die Voraussetzungen geschaffen, Veredelungsprozesse bei Maschinenherstellern und den Anwendern zu überprüfen. War der Einsatz bisher auf Druckwerke beschränkt, so sind jetzt auch Lackierwerke auf ihre Genauigkeit zu überprüfen.

In diesem Zusammenhang wurde das Dienstleistungsangebot des akkreditierten Prüflabors Druckqualität und Weiterverarbeitung des Sächsischen Instituts für die Druckindustrie um die Abnahme von Lackierwerken im Rahmen von Maschinenabnahmen oder auch einzeln erweitert. (kü)

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