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News / drupa Essentials of Print: Digitaldruck auf Wellpappe
Nick Kirby (Bild: Messe Düsseldorf)
09.11.2020  drupa
drupa Essentials of Print: Digitaldruck auf Wellpappe
Wie entwickelt sich der Digitaldruck auf Wellpappe und welche Trends müssen Drucker kennen? Ein Artikel aus der Reihe "drupa Essentials of Print" von Nick Kirby.
Mein Urgroßvater Thomas Kirby sagte einmal: "Weisheit liegt nicht darin, das Unvermeidliche zu bedauern, sondern sich dem veränderten Zustand der Dinge anzupassen". Er veröffentlichte diese Aussage in seiner Publikation "Saddlery and Harness" (Sattlerei und Geschirr) und reagierte damit auf den Aufruhr seiner Leser, nachdem das erste Auto 1896 in Walsall, Großbritannien, gesichtet worden war. Der Verbrennungsmotor wurde als der Anfang vom Ende für den lokalen Pferdehandel angesehen. Folglich wollten seine Leser diese neue Bedrohung schnellstmöglich zunichte machen, um ihre Pferdegeschäfte zu schützen. Es war mutig von Thomas, seine Kunden herauszufordern, indem er sie dazu aufforderte, umzudenken!

In vielerlei Hinsicht beziehe ich Thomas' Aussage auf die digitale Welt, in der wir heute leben, da sie die traditionellen, analogen Methoden in Frage gestellt hat. Von Smartphones über das Internet bis hin zu Amazon haben wir in den letzten 25 Jahren als Folge der digitalisierten Technologien dramatische Veränderungen erlebt.

Der Kauf eines Digitaldruckers ist nicht vergleichbar mit dem Kauf der ersten Autos, bei denen die Auswahl 1896 noch sehr begrenzt war. Maschinenhersteller, die mutig genug waren, die enormen Summen zu investieren, die für die Forschung und Entwicklung der neuesten Digitaldrucktechnologien erforderlich waren, wurden von potentiellen Käufern aufgrund einer Reihe von gescheiterten oder instabilen Installationen jedoch mit Besorgnis empfangen. Dies war zwar nicht gut für das künftige Vertrauen in den Digitaldruck im Wellpappesektor, aber das Blatt wendet sich.

Klar ist heute: Wir müssen in Digitaldruck investieren – aber welche digitale Druckmaschine soll ich kaufen? Trotz der noch relativ jungen Technologie ist die Auswahl an Digitaldruckern bereits so breit, dass Sie jedes Detail Ihrer Anschaffung verstehen müssen, bevor Sie überhaupt eine Entscheidung treffen können. Eine falsche Entscheidung wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr kostspielig! 


Multi-Pass
Diese Maschinen wurden speziell für die großformatige Beschilderung und den PoS-Sektor entwickelt und haben eine große Rolle beim Niedergang von ultra- großformatigen Litho-Maschineninstallationen gespielt. Typischerweise laufen die modernsten Multi-Pass- Maschinen problemlos zwischen 500 und 1.000 qm/Stunde mit UV-Farben in sehr hoher Qualität.
 
Single Pass Sheet Fed
Diese modernen Hochvolumen-Produktionsmaschinen arbeiten mit Single-Pass-Technologie, bei der der Bogen nach einmaligem Durchlauf unter den Druckköpfen fertig ist. Die Druckqualität, die sich besser für Verpackungs- und langfristige PoS-Aufträge eignet, ist etwas geringer als die ihrer Multi-Pass-Brüder, aber mit einer Leistung von 5.000 bis 7.000 m2/Stunde ist sie gut genug, um qualitativ hochwertige Postprint- (HQPP) und Litho- Alternativen mit mittleren Stückzahlen herauszufordern. Die Maschinen sind für UV-, wasserbasierte oder Hybrid- Druckfarben verfügbar.
 
Web Digital
Wide Web Digital (2,8 m) ist die Formel 1 der Digitaldruckausgabe mit über 25.000 qm/Stunde. Allerdings sehe ich nicht (was sicherlich umstritten ist), dass vorgedruckte Rollen für den Digitaldruck auf den Wellpappensektor abgestimmt sind. Bei der Verwendung von Druckfarben auf Wasserbasis trifft dieses beeindruckende Wunderwerk der Innovation auf seinen Widersacher, wenn es in einer Wellpappenanlage eingeführt wird, wo die Herstellungsprinzipien offenbar seit über 100 Jahren unverändert geblieben sind. Dampf, Hitze, Druck und Abfallprodukte sind allesamt Feinde der Digitaltechnik, darum vergleiche ich es mit dem Einbau eines Ferrari-Motors in einen Ford T – aus Kompatibilitätssicht etwas zwecklos! Die Wellpappenindustrie muss sich hier weiterentwickeln, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die die Digitaltechnik bietet.

Welche Rolle die Verbraucher spielen und was sich auf dem Tintenmarkt tut, lesen Sie im vollständigen Artikel, der hier abgerufen werden kann.  
 
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