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News / Vom Buchdruck zur KBA Rapida
28.09.2010  Wirtschaft
Vom Buchdruck zur KBA Rapida
Bis ins Jahr 1991 hinein produzierte Gärtner Druck, 1932 in Leipzig gegründet, im Buchdruck. Da für Handwerksbetriebe zu DDR-Zeiten kaum neue Maschinen zu beschaffen waren, kam überwiegend gebrauchte Technik zum Einsatz. Anfang der 90er Jahre zog der Offsetdruck ein. Jetzt produziert eine Halbformat-Rapida 75 im Unternehmen.
Im vergangenen Jahr stellte sich für Geschäftsführer Holger Gärtner die Frage, wie er sein Unternehmen für die Zukunft aufstellen sollte. Hatten sein Vater und sein Großvater überwiegend mit Ressourcenknappheit, maroden Produktionsgebäuden und staatlichen Restriktionen zu kämpfen, stellen sich für ihn heute ganz andere Probleme: Preisverfall bei Standarddrucksachen, Überkapazitäten am Markt, wachsende Konkurrenz durch den Digitaldruck und reduzierte Werbeausgaben der Wirtschaft. Vor diesem Hintergrund entschied sich der gelernte Buch-, Offsetdrucker und Schriftsetzer für den Wechsel ins B2-Format 52 x 75 Zentimeter, für die Spezialisierung im Bereich der Veredelung und für ein striktes Umwelt-Engagement. 

Ein weiterer Grund, in die Rapida 75 zu investieren, war für Holger Gärtner der geringe Energieverbrauch. Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und an der Südseite des Firmengebäudes können im Sommer bis zu 50 Prozent des Energiebedarfes für den Druckbetrieb erzeugt werden. Auch die Abluft aus dem Kühlgerät wird genutzt. Außerhalb des Drucksaales befindet sich ein Wärmetauscher mit Pufferspeicher, der die abgeführte Energie zur Heizung des gesamten Firmengebäudes und für die Warmwasseraufbereitung zur Verfügung stellt. Auch die Mieter einer in das Gebäude integrierten Wohnung profitieren davon.

Neben der mit Automatisierungslösungen, darunter zentrale Formatverstellung, Diagonalregister, SAPC-Plattenwechselautomaten, automatischen Wascheinrichtungen und Nonstop-Rechen ausgestatteten Rapida 75 stehen dem Unternehmen mit sechs Mitarbeitern eine Schneidemaschine, ein Grafo Press-Tiegel vorwiegend für das Prägen und Stanzen sowie Taschenfalz- und Bohrmaschinen zur Verfügung. Eine kleine Satzabteilung und die Druckvorstufe ermöglichen den vollstufigen Betrieb. Am 5. November dieses Jahres sind Interessenten und Kunden eingeladen, sich selbst von den neuen technischen Möglichkeiten des mitteldeutschen Druckbetriebes zu überzeugen. (kü)
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