Please wait...
News / 3D-Druck: die große Fehleinschätzung?
20.02.2020  Technik
3D-Druck: die große Fehleinschätzung?
Der 3D-Druck hat Potenzial, doch in welchen Bereichen können Druckdienstleister wirklich von ihm profitieren?
"Jetzt aber", glaubten viele Marktbeobachter, als der Kaffeeröster Tchibo Ende 2014 einen 3D-Drucker für 499 Euro ins Programm nahm. IT-Magazine sahen die Technik bereits "ihr Nischendasein hinter sich lassen" und räumten 3D-Druckern künftig "einen gleichberechtigten Platz neben Scanner und Drucker" ein. Doch aus all dem wurde nichts. Und die Frage steht noch immer im Raum: Was hat diese Technologie mit der Druckindustrie zu tun? Ist der 3D-Druck eine zukunftsfähige Geschäftsidee oder eher ein abwegiger Hype?

Wer etwas herstellt – ein Objekt, einen Gegenstand, eine Maschine oder gar ein Kunstwerk – arbeitet üblicherweise mit Rohstoffen oder Materialien, die er erhitzt, schneidet, verbiegt oder sonst wie in Form bringt und meist mit anderen Teilen zusammenfügt. Ein durchaus kreativer Prozess. Doch es gibt zwei Unterscheidungsmerkmale. Wer durch das Abtragen, also Fräsen, Bohren, Drehen, Hobeln, Hauen und Schnitzen, von Material aus einem Holzklotz oder Steinblock dreidimensionale Gegenstände entstehen lässt, übt sich in subtraktiver Fertigung. In der Kunst nennt man so etwas eine Skulptur. Das Gegenteil ist eine Plastik, die durch Auftragen und Modellieren von Material entsteht. Genau wie beim sogenannten 3D-Druck, bei dem durch das schichtweise Hinzufügen eines oder mehrerer Materialien ein Objekt entsteht. Das nennt man additive Fertigung.

Das alles hat mit Vorstufe, Plattenherstellung, Drucken und Buchbinden wenig zu tun. Denn in unserer Branche wird ein Werkstoff wie eben Papier, Karton oder Folie selektiv beschichtet, also mit Farbe oder Lack bedruckt, und mittels Mechanik, Schneidemesser, Kleber oder Draht zu einem Buch, einer Broschüre oder einer anderen Drucksache geformt. Damit ist eigentlich schon alles gesagt, was Drucken und 3D-Druck gemeinsam haben: nichts!

Dennoch löste der 3D-Druck in den Jahren 2014 und 2015 einen regelrechten Hype in der Branche aus. Da wurden grafische Fachhändler plötzlich zu 3D-Druck-Ausstattern, Fachmagazine führten eine eigene 3D-Druck-Rubrik ein, und allerorten wurden Seminare zum Thema 3D-Druck veranstaltet, die den neugierig gewordenen Druckfachleuten die schöne Welt der additiven Fertigung nahebringen sollten und die blumigsten Zukunftsszenarien beschrieben. Jetzt, etwa fünf Jahre später, wird es Zeit für einen Reality- Check: Was ist aus dem 3D-Druck in der Druckindustrie geworden und wo stehen wir heute?

Welche Fertigungstechniken im 3D-Druck unterschieden werden, warum Geschwindigkeit dabei relativ ist und wie Druckdienstleister von dem Verfahren profitieren können, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Druck & Medien. Sie kann hier als Heft oder E-Paper bestellt werden. 
 
Sie wollen immer auf dem Laufenden sein? Bestellen Sie jetzt den Newsletter von Druck & Medien!