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25.07.2019  Technik
Etikettendruck: ein Markt mit hohem Potential
Der Etikettenmarkt wächst, weil die Labels immer mehr können. Was das für Drucker bedeutet und auf welche Innovationen sie reagieren müssen.
Sie sind längst mehr als Dekoration und übernehmen immer mehr Funktionen. Neben dem Marketing-Aspekt, den ein mehr oder weniger aufwendig bedrucktes Label für eine Marke besitzt, werden die flexiblen Aufkleber zunehmend auch für den Fälschungsschutz eingesetzt. Die Entwicklung der Drucktechnik, neue Farben und Substrate sowie Veredelungen ermöglichen es zudem, völlig neue Funktionen in Etiketten zu integrieren.

Neben dekorativen Aufgaben muss ein Etikett Angaben über den Inhalt, den Preis, die Adresse des Herstellers, je nach Produkt ein Mindesthaltbarkeitsdatum, Transport- und Gefahrenhinweise oder Gebrauchsanleitungen beinhalten. Zu diesen Standard-Funktionen gesellen sich immer mehr – auch intelligente – Aufgaben.

Davon waren die Etiketten vor mehr als 300 Jahren im drucktechnischen Sinn noch weit entfernt, als sie mit Buchdruckmaschinen via Klischee auf handgeschöpftem Büttenpapier produziert wurden. Und es sollte lange dauern, bis sich daran etwas änderte. Zwar entwickelten sich die Druckmaschinen, die Papierherstellung und -qualitäten weiter, doch waren es andere Erfindungen, die den Markt für Etiketten veränderten. Es war die Massenproduktion von standardisierten Glasflaschen und Abfüllanlagen, es waren die Konserven oder pharmazeutischen Produkte. Damit und dafür wurden neue Etiketten und Druckmaschinen samt Finishing-Optionen notwendig.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts folgten erste Schmalbahndruckmaschinen, auf denen selbstklebendes Material mit einer rückseitigen Trägerschicht gedruckt und inline in Form gestanzt wurde. Später kamen der Schmalbahn-Siebdruck, Flexo- und Offsetdruck, Heißfolien, Kombinationsdruckmaschinen und der Inkjetdruck samt UV-härtender Tinten dazu.

Heute lassen funktionale Druckfarben große Hoffnungen bei der Etiketten-Entwicklung keimen. So kann auf der Verpackung frischer Lebensmittel beispielsweise ein Etikett mit einem photochromen Pigment durch eine UV-Lichtquelle aktiviert werden, worauf sich das Etikett färbt und eine zusätzliche Funktion angestoßen wird. Die Färbung der temperaturempfindlichen Pigmente ist abhängig von Zeit und Temperatur. Als eine Art "Temperaturgedächtnis" macht das Etikett die Zeit-Temperatur-Historie des verpackten Lebensmittels sichtbar. Ist der mittlere Bereich dunkler gefärbt als die ihn umgebende Referenzfarbe, ist das Produkt frisch. Wird der Kern heller, ist das Produkt für den Verzehr nicht mehr geeignet.
 
Solche Anwendungen gehören zwar heute noch eher in den Bereich des funktionalen Druckens, zeigen aber auf, wohin die Reise der Etiketten geht. Damit könnten auch Elemente zum Fälschungsschutz verbunden sein – was allerdings, abhängig vom Wert des Produktes, nicht immer notwendig sein wird.
Doch schon heute bietet der Etikettendruck eine Vielfalt, die es notwendig macht, in höchst unterschiedliche Anwendungen zu klassifizieren.

Wo sich der Etikettendruck Marktanteile erobert und welche Trends in diesem Bereich vorherrschen, lesen Sie im aktuellen Dossier "Etikttendruck". Hier kann das Heft, auch als direkter Download, bestellt werden.
 
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