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News / Trends im UV-Druck
Organisator Wolfgang Rauh geht im Februar in den Ruhestand.
21.12.2018  Veranstaltung
Trends im UV-Druck
Die Fogra hat zum zehnten Mal das Anwenderforum UV-Druck veranstaltet. Wie sich das Verfahren mittlerweile in der Branche etabliert hat.
Das Interesse am UV-Druck und dementsprechend auch der Marktanteil der mit UV-Druck gefertigten Druckprodukte sind seit der ersten Veranstaltung dieser Reihe im Jahr 2000 deutlich gestiegen. Während in der Anfangszeit des UV-Drucks für jede Druckerei spezielle Lösungen maßgeschneidert wurden, konnten sich inzwischen standardisierte Prozesse und Maschinenkonfigurationen etablieren. 

Mit einem Rückblick auf die Entwicklungen im Maschinenbau starteten die Vorträge von Rainer Wolf von Heidelberg und von Sebastian Stange, Koenig & Bauer. Beide leiteten, wie auch im Anschluss Olga Martin von Manroland Sheetfed zu den aktuellen Maschinenkonfigurationen ihrer Firmen über. Mit allen aktuell auf dem Markt für den UV-Druck gerüsteten Maschinen kann heute, im Unterschied zur Situation vor 20 Jahren, jeder Druckdienstleister wirtschaftlich Druckprodukte mit den typischen Vorteilen UV-gehärteter Druckfarben beziehungsweise -lacke produzieren. 
 
Der seit einigen Jahren zu beobachtende Trend zum Einsatz von LED-Strahlern setzt sich fort. Hier gibt es seit dem vergangenen Anwenderforum im Jahr 2016 deutlich mehr Maschinen im Markt, mit immer leistungsfähigeren und kostengünstigeren Modulen. Zusätzlich zu den Vorträgen der Maschinenhersteller gingen Petra Burger, Dr. Hönle, Stefan Feil, IST Metz und Jörg Hannig, Excelitas Technologies zusammen mit Kevin Poelmans, Allnex Holding, auf die richtige Auswahl der Strahlungsaggregate ein.

Es folgte die Darstellung der historischen Entwicklung der Strahlungsaggregate und den Beginn des UV-Drucks durch Stefan Feil: Dass das erste Patent zum UV-Druck bereits im Jahr 1946 von Du Pont angemeldet und die erste Versuchsanlage zur UV-Härtung bereits im Jahr 1970 von der IST aufgestellt worden ist, hatten bis dahin die wenigsten im Auditorium gewusst. Damals waren Quecksilber-Mitteldruckstrahler die Strahlungsquelle der Wahl. Bis heute werden diese Strahlungsquellen noch in vielen Anlagen verwendet und auch in Neuanlagen eingebaut. Hier gibt es allerdings seit Jahren Befürchtungen, dass dies durch die Umsetzung der RoHS-Richtlinie der EU zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten künftig nicht mehr gestattet sein wird.

Den Stand zur Umsetzung dieser Richtlinie hatte Klaus Blank, Heidelberg, auf dem vorherigen UV-Anwenderforum 2016 präsentiert. Er ging damals davon aus, dass die seit dem 21. Juli 2016 abgelaufene Ausnahmeregelung bis Juli 2021 verlängert werden wird. Bei der diesjährigen Veranstaltung stellte er die Fristen und Abläufe für Ausnahmeregelungen bei der RoHS-Richtlinie detailliert dar und kam zum gleichen Ablaufdatum, Juli 2021, bis zu dem noch entsprechende Anlagen installiert werden können und deren Betrieb und Ersatzteilversorgung über dieses Datum hinaus gewährleistet ist.

Die weiteren Vorträge beschäftigten sich mit Anforderungen an die Gummiwalzen in den Druckmaschinen, die Druckplatten für den UV-Druck und die Drucktücher. Ziel dieser Vorträge war es, einen Überblick über die aktuell auf dem Markt befindlichen Verbrauchsmaterial zu präsentieren, um die Optimierungsprozesse in den einzelnen Druckereien zu beschleunigen und damit Kostenvorteile zu ermöglichen.

Der Morgen des zweiten Veranstaltungstags der UV-Anwenderforums sah eine Fortsetzung der Berichte über die Anforderungen an aktuelle Verbrauchsmaterialien und die Entwicklung der aktuell auf dem Markt befindlichen Produkte und Dienstleistungen vor. Mit dem Dauerbrenner Waschmittel im UV-Druck beschäftigten sich zwei Vorträge: Die Anforderungen der Berufsgenossenschaft erläuterte Axel Mayer von der BG ETEM. Er wies dabei explizit darauf hin, dass Waschmittel mit dem Inhaltsstoff 2-Butoxyethanol von der Berufsgenossenschaft auf Grund ihres Gefährdungspotentials als nicht zulässig angesehen werden und damit nicht mehr verwendet werden dürfen. Für zulässige Ersatzprodukte verwies er auf die Homepage der BG und die Empfehlungen der Druckmaschinenhersteller und der Fogra.

Anschließend vertiefte Helmut Sander, Felix Böttcher, die Thematik Waschen im UV-Druck. André Garber, Hubergroup Deutschland, verglich daraufhin den Einsatz von UV-Lacken mit wässrigen Lacksystemen. Er zeigte, wo die Vorteile jedes dieser Lacksysteme liegen und sie sich damit eindeutig für die jeweils spezifischen Anwendungszwecke empfehlen. 

Philipp Stolper, Fogra. präsentierte Ergebnisse von Fogra-Optimierungen von UV-Druckbetrieben mit dem Ziel einer Reduzierung des Energieeinsatzes. Er zeigte, dass es keineswegs notwendig ist, alle in der Druckmaschine befindlichen UV-Strahler mit voller Leistung zu betreiben, sondern dass eine sorgfältige Härtungsanalyse es durchaus ermöglichen kann, die Druckmaschine mit reduziertem Energieeinsatz zu betreiben.

Zum Tagungsabschluss erfolgte die Verabschiedung des Moderators und Organisators der Veranstaltung, Wolfgang Rauh. Er geht am 1. Februar 2019 in den Ruhestand. Die Fogra-Anwenderforen zum UV-Druck werden aber fortgesetzt. Das nächste findet im Jahr 2020 statt. (kü)
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