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Steffen Köhler: "Ich habe sofort gemerkt, dass mit dem System etwas nicht stimmt."
14.12.2018  Technik
Schlechte Seiten
Steffen Köhler, Inhaber von Paperartist in Seifersdorf bei Dresden, hat vor anderthalb Jahren ein neues Digitaldrucksystem von Xerox gekauft. Das verursacht ihm seither nur Verdruss. Inzwischen sprechen die Anwälte.
Mit Xerox hatte Steffen Köhler immer gute Erfahrungen gemacht. So beschloss der Drucker im Frühjahr 2017, ein älteres Digitaldrucksystem des Herstellers durch ein neueres Modell dieser Marke zu ersetzen. Broschüren, Visitenkarten, Bücher, Einladungen, Namenskarten, all das wollte der Einzelkämpfer in seinem eigenen Unternehmen noch effizienter drucken. Das neue System, eine Xerox Versant 80, sollte unter anderem bis zu 350 g/qm schwere Bedruckstoffe verarbeiten und sich automatisch selbst justieren. Was die PR-Broschüre des Herstellers versprach, war exakt das, was Köhler gesucht hatte, warum also zögern? Alle anderen Xerox-Maschinen hatte Köhler vor dem Kauf getestet, diesmal schlug er ohne Prüfung zu.
 
Vom Fachhändler Gohan ließ er sich das System präsentieren, beglich den vollen Kaufpreis von knapp 40.000 Euro auf einmal. Fortan aber lernt er die schlechten Seiten des Unternehmens kennen. Schon bei der Auslieferung des Drucksystems gibt es Verzögerungen. Die Maschine sei beim Transport vom LKW gefallen, bekommt er auf Nachfrage zu hören. Man müsse ein anderes Exemplar beschaffen. Im April 2017 wird das Digitaldrucksystem endlich geliefert und installiert. Steffen Köhler aber merkt sofort, dass "mit dem System etwas nicht stimmt", wie er erzählt.
 
Das Gerät entfaltet ein regelrechtes Eigenleben: hängt sich immer wieder auf, bleibt einfach stehen, ohne eine einzige Seite zu drucken, nur um nach einer Dreiviertelstunde plötzlich doch loszulaufen. Manchmal hilft nur ein Neustart. Der dauerte bis zu einer Stunde – Zeit, in der Köhler die Maschine fehlt. Wenn sie dann doch mal druckt, berichtet Köhler, liefere die Maschine keine zufriedenstellende Qualität. Der Versatz beträgt seinen Angaben zufolge bis zu sieben Millimeter – innerhalb eines einzigen Auftrags. Manchmal habe das System sogar Datensätze gelöscht, auf einzelnen Bögen fehlte Druckfarbe oder die Farben wurden nicht übereinander gedruckt.


Sein Atelier Paperartist eröffnete Köhler fernab jeglicher Industrie, mitten in einem Tal in der Nähe von Dresden. Ringsum Wald, auf den Wiesen Schafe, der Haushund, Kätzchen und – dieses Detail wird noch bedeutsam werden – ein Fluss, der durch das Grundstück fließt. Köhler ist mehr oder weniger allein im Betrieb. Seine Frau hilft ihm, wenn es stressig wird, und übernimmt außerdem die Buchhaltung. Vor einigen Wochen hat das Paar jedoch zum zweiten Mal Nachwuchs bekommen. Deswegen muss sich Köhler im Moment vor allem auf sich selbst verlassen. Auf sich selbst und seine Maschinen.

Was er mit der Xerox-Maschine weiter erlebt hat, wie ein Drucktest mit unserer Redaktion vor Ort ausgefallen ist und welche Lösung Steffen Köhler zur Lösung vorgeschlagen wurde, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Druck & Medien. Hier geht es zum Abo, hier zur Bestellung des Einzelhefts. Hier steht das E-Paper im iKiosk zum Download bereit. 

Außerdem lesen Sie in dieser Ausgabe:  

Case 1: Warum Lensing Druck die neue Druckmaschine nicht mehr selbst besitzt und wie sich das Subskriptionsmodell rechnet.

Case 2: Warum Holzer Druck erstmals in eine Offsetmaschine von Heidelberg investiert hat.

Case 3: Warum sich die Mediadruckwerk Gruppe vom früheren Expansionskonzept verabschiedet hat und in neue Märkte investiert.

Case 4: Warum KIP in Neuenhaus den Digitaldruckbereich ausbaut.

Case 5: Wie Schmid Druck + Medien einen Web-to-Print-Shop öffnet.

"Die Drucker des Jahres"
Die Shortlist mit den Besten 2018.

Gemeinsam läuft´s besser
Wie Einkaufsgenossenschaften Druckern helfen, gute Konditionen zu bekommen.

Verkleinern oder Ausbauen?
Wie Krüger Druck+Verlag die Chance der zunehmenden Industrialisierung ergriffen hat.

Schöne, neue Arbeitswelten
Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt revolutioniert und von der Druckbranche ein radikales Umdenken erfordert.

Die Akte Vernetzung
Digitalisierung: Wo Druckbetriebe noch Nachholbedarf haben.

An die Wand gespielt
Warum K&L Wall Art ausschließlich in digitale Technik investiert.

Aus der Praxis
UV-Technologie: Warum die Prüfung auf Scheuerfestigkeit wichtig ist.

Nicht ohne einen Querschneider
Warum die US-amerikanische Druckerei Ross4Marketing nur noch Druckmaschinen mit einem integrierten Rollenquerschneider kauft.

Drei entkorkte Champagner
Wie das Generationen-Haus von Rudolf Cuturi den Wandel in der Medienwelt strategisch meistert.

Aus den Druckereien
Wer steigt auf, wer steigt ab, wer feiert, wer trauert?

16 Seiten Dossier: Vernetzung
Wie Druckereien Print 4.0 umsetzen können 
 
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