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03.12.2018  Wirtschaft
Frankfurter Societätsdruckerei entlässt 100 Mitarbeiter
Die Frankfurter Societäts-Druckerei (FSD) hat angekündigt, mehr als 100 Arbeitnehmer entlassen zu wollen. Begründet wird der Schritt mit dem Verlust der Druckaufträge für die "Welt" und die "Bild". Um letztere gibt es dabei besonderen Wirbel.
100 Mitarbeiter sollen bei der Frankfurter Societäts-Druckerei gehen, nachdem das Unternehmen die Druckaufträge für "Bild" und "Welt" zum Jahresende verloren hat. Die Gewerkschaft Verdi sieht das kritisch: "Wir gehen davon aus, dass der Verlust der Springer-Aufträge dafür genutzt werden soll, bisher tariflich bezahlte Arbeitsplätze durch schlecht bezahlte oder durch billigere Werkvertragskonstruktionen zu ersetzen," sagt Manfred Moos von der Gewerkschaft Verdi Hessen. 

Die FSD hatte im Oktober mitgeteilt, dass das Unternehmen sich von Tarifverträgen lösen will und im Arbeitgeberverband in eine sogenannte Mitgliedschaft ohne Tarifbindung gewechselt sei. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben gelten in einem solchen Fall die tariflichen Bedingungen für die Beschäftigten weiter, die bisher unter den Tarifvertrag gefallen sind. Verdi sieht darin den wahren Grund für die Kündigungen.
 
Den Druckauftrag von Springer hatte die FSD 2013 von der insolventen Druckerei der "Frankfurter Rundschau" übernommen. Eigentümer der FSD sind seit gut einem halben Jahr die Verlagsgruppe Ippen und die Verlegerfamilie Rempel aus Gießen. Sie hatten die Druckerei zusammen mit den beiden Tageszeitungen "Frankfurter Neue Presse" und "Frankfurter Rundschau" von der FAZ-Gruppe übernommen. 

Die Entziehung des Druckauftrags für die "Bild" birgt noch mehr Konfliktpotential. Wie FSD-Geschäftsführer Jan Rempel gegenüber dem Branchendienst Meedia sagte, habe Axel Springer Teile des Druckauftrags der Boulevardzeitung an ein Unternehmen der ehemaligen Dogan-Gruppe verlagert, das jüngst von der Demirören-Gruppe übernommen wurde. Die wiederum sei für ihre Nähe zum türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bekannt. (kü)

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