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23.11.2018  Wirtschaft
Tarifverhandlungen in der Druckindustrie abgebrochen
Gestern trafen sich Vertreter des Bundesverbands Druck und Medien und der Gewerkschaft Verdi zum fünften Mal zu Tarifverhandlungen. Die Gespräche wurden ergebnislos abgebrochen, ein neuer Termin wurde nicht vereinbart.
Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Druckindustrie zwischen dem bvdm und Verdi treten auf der Stelle. Im mittlerweile fünften Gesprächstermin am 22. November 2018 in Berlin konnten sich die Vertreter von Arbeitgebern und Gewerkschaft erneut nicht einigen.
 
Verdi habe an einer Gestaltung der Arbeitsbedingungen der Zukunft für die gesamte Branche offenbar kein Interesse, kommentierte bvdm-Verhandlungsführer Sönke Boyens.

Die Arbeitgeber erneuerten ihr in der vorigen Verhandlungsrunde vorgelegtes Angebot einer zweistufigen Lohnerhöhung von in der Summe 3,8 Prozent, Einmalzahlungen von insgesamt 400 Euro und der Bereitschaft, die im Manteltarifvertrag geregelten Arbeitsbedingungen der jetzt Beschäftigten unverändert zu lassen. "Im heutigen Gespräch entstand der Eindruck, dass sich die Gewerkschaft nur noch auf Haustarifverträge in einigen 'Leuchttürmen' konzentrieren will", sagte Boyens.

"Die Beschäftigten der Druckindustrie schutz- und wehrlos zu machen, kommt für uns nicht in Frage", entgegnete der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke. "Die Unterschrift unter ein Friedenspflichtabkommen zu fordern, ohne einen gleichzeitigen umfassenden Tarifschutz zu gewähren, ist nicht akzeptabel. Genauso wenig könne man es zulassen, dass der Tarifkonflikt auf die Beschäftigten und Betriebsräte abgewälzt werde.

Die Bereitschaft des bvdm, den gekündigten Manteltarifvertrag wieder in Kraft zu setzen, wenn gleichzeitig betriebliche Öffnungsklauseln  und verschlechterte Arbeitsbedingungen für Neueingestellte gelten und auf Altbeschäftigte angewendet werden können, sei inakzeptabel. Die  Regelungen zum Gesundheitsschutz und zur Maschinenbesetzung in den Anhängen zum Manteltarifvertrag wollten die Arbeitgeber nicht mehr in Kraft setzen.

Verdi hat den bvdm aufgefordert, den Manteltarifvertrag für alle  Beschäftigten in der Druckindustrie unverändert in Kraft zu setzen und ein Lohnabkommen zu verhandeln, das "spürbare Entgeltsteigerungen"  beinhaltet. Das lehnte der Arbeitgeberverband ab. Die Gewerkschaft will das weitere Vorgehen auf regionaler und betrieblicher Ebene mit den Gewerkschaftsmitgliedern beraten. (kü)

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