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15.06.2018  Wirtschaft
bvdm lehnt Verdi-Forderung ab
Die im Herbst anstehenden Tarifverhandlungen in der Druckbranche werfen ihre Schatten voraus: Verdi hat eine Lohnforderung beschlossen, die der Bundesverband Druck und Medien zurückweist.
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) fordert für die rund 134.000 Beschäftigten der Druckindustrie in der anstehenden Tarifrunde fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das geltende Lohnabkommen soll zum 31. August 2018 gekündigt werden. Gleichzeitig hat die Tarifkommission beschlossen, dass Verdi keinerlei Verschlechterungen im Manteltarifvertrag vereinbaren wird.

"Die Beschäftigten der Druckindustrie leisten tagtäglich gute Arbeit und brauchen eine deutlich spürbare Verbesserung ihrer Einkommen. Die Forderung für die diesjährige Tarifrunde macht deutlich, dass die Branche nicht von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelt werden darf. Die Reaktion der Tarifkommission auf die Kündigung des Manteltarifvertrages durch die Arbeitgeber ist eindeutig: Verdi wird keine Verschlechterungen vereinbaren. Der Manteltarifvertrag muss unverändert wieder in Kraft gesetzt werden", sagte der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke.

bvdm weist die Forderung zurück

Die durch die Verdi-Tarifkommission beschlossene Forderung nach einer Erhöhung der Löhne und Gehälter in der Druckindustrie um 5 Prozent für 12 Monate weist bvdm-Vizepräsident Sönke Boyens zurück.

"Einen Abschluss in dieser Höhe vertragen die Unternehmen unserer Branche, die sich nach wie vor in einer schwierigen Ertragslage befindet, nicht", erklärt Boyens. Die Branche kämpfe einerseits mit stetig steigenden Kosten, besonders für Papier und Energie und sei andererseits auf Grund des anhaltend starken Wettbewerbs kaum in der Lage, diese Kostensteigerungen an ihre Kunden weiterzugeben. Diese Situation blende die Gewerkschaft ebenso aus wie die in der Tendenz seit mehreren Jahren negative Entwicklung der Arbeitsproduktivität.

Anstatt völlig unrealistische Lohnforderungen zu erheben, solle sich die Gewerkschaft ernsthaft mit der überfälligen, von den Arbeitgebern angestoßenen Reform des Manteltarifvertrages beschäftigen, fordert Boyens. Veraltete Maschinenbesetzungsvorschriften, unflexible Arbeitszeiten sowie Zuschläge weit über den steuerlichen Freibeträgen führten zu enormen Kosten, die sich der größte Teil der Branche nicht mehr leisten könne.

"Ein unrealistisch hohes Tarifniveau führt dazu, dass unsere Betriebe insbesondere im Vergleich zu anderen Informationsbranchen ins Hintertreffen geraten“ so Boyens. „Das wollen wir nicht hinnehmen. Den Wettbewerb des digitalen Zeitalters können wir nicht mit Tarifverträgen aus dem letzten Jahrhundert gewinnen. Nur moderne Branchen haben mittel- und langfristig Überlebenschancen und dazu gehört auch ein modernes Regelwerk für Betriebe und Beschäftigte."

Für die Verhandlungen, die am 17. September 2018 in Berlin beginnen, appelliert Boyens an das Verantwortungsbewusstsein der Gewerkschaft. "Es ist an der Zeit, die Blockadehaltung hinsichtlich der Reform eines antiquierten Tarifwerks aufzugeben. Zum Wohle unserer Betriebe und ihrer Mitarbeiter." (kü)
 
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