Please wait...
News / SKN Gruppe ist insolvent
09.03.2018  Wirtschaft
SKN Gruppe ist insolvent
Die SKN Gruppe hat beim Amtsgericht Aurich den Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Erst im Januar war der Seniorchef des Untenehmens verstorben.
Die SKN Gruppe hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht hat den entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung sowie sechs Tochtergesellschaften angeordnet.

Durch die voranschreitende Digitalisierung und die damit zunehmende Verlagerung von Print in den Online-Bereich herrsche ein enormer Konsolidierungsdruck auf das gesamte Verlagswesen sowie die Druckereibranche. Verstärkt werde dies durch ein verändertes Kauf- und Leseverhalten. Dieser Trend werde sich auch zukünftig weiter fortsetzen, und dem gilt es zu begegnen, heißt es in einer Mitteilung. 

"Die aktuelle Situation sowie die Marktentwicklung machen es erforderlich, unsere Unternehmensgruppe neu aufzustellen", sagt Charlotte Basse, die nach dem Tod ihres Vaters im Januar 2018 gemeinsam mit ihrer Schwester Victoria und ihrer Mutter Gabriele Basse die Geschäftsleitung übernommen hat. "Wir haben ein Konzept ausgearbeitet und uns entschieden, unsere dringend notwendige Restrukturierung auf dem Weg einer Insolvenz in Eigenverwaltung fortzuführen." Wichtig sei den Geschäftsführerinnen dabei, dass das Vertrauen der Belegschaft in das Weiterbestehen des Unternehmens gefestigt bleibt. Durch die nun vorliegende gerichtliche Anordnung verbleibt die Leitung des Unternehmens auch während des Restrukturierungsprozesses in den Händen der Geschäftsführung.

Als externen Berater hat sie sich Rechtsanwalt und Sanierungsexperte Dirk Andres von der Düsseldorfer Kanzlei Andres Partner an die Seite geholt. Er wird die SKN Gruppe bei der Entwicklung und Umsetzung eines Restrukturierungs- und Sanierungsplans unterstützen und ist zuversichtlich, die erforderlichen Sanierungsschritte kurzfristig umsetzen zu können: "Die Eigenverwaltung ist eine gute Möglichkeit, um den langfristigen Fortbestand im Interesse von Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten sowie Gläubigern sicherzustellen", erklärt Andres.

Bei ihrem Vorhaben wird die Geschäftsführung auch durch den gerichtlich bestellten vorläufigen Sachwalter, den Rechtsanwalt Christian Kaufmann, Kanzlei Pluta, begleitet, dessen Aufgabe es ist, das Unternehmen während des gesamten Prozesses zu überwachen und Gläubigerinteressen zu wahren.

Der Geschäftsbetrieb innerhalb der SKN Gruppe wird derweil uneingeschränkt fortgeführt. Die insgesamt rund 350 Mitarbeiter wurden gestern in Norden und Emden über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen informiert.

Neben der SKN Druck und Verlag GmbH & Co. hat das Amtsgericht Aurich die vorläufige Eigenverwaltung über die Soltau-Kurier-Vertrieb GmbH, Soltau-Kurier-Norden, Ostfriesische Presse Druck, Industriedruck Norden GmbH & Co. KG, Ostfriesischer Kurier GmbH & Co. KG, Neumann Verlag für Telekom-VZ GmbH & Co. KG angeordnet. (kü)


Sie möchten regelmäßig News von Druck & Medien erhalten? Hier können Sie unseren Newsletter abonnieren, der jeweils dienstags und donnerstags erscheint.    
Sie wollen immer auf dem Laufenden sein? Bestellen Sie jetzt den Newsletter von Druck & Medien!