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28.04.2017  Wirtschaft
Die Pleite weitet sich aus
Nach der Insolvenz der VVA musste nun mit der Wesel Verwaltungs GmbH auch die Dachgesellschaft der Gruppe Insolvenz-Eröffnung beantragen. Gleiches gilt für die VVA-Töchter Konkordia GmbH, Langenstein Medien GmbH, VVA Kommunikation GmbH und VVA Datenmanagement GmbH.
Mit der Insolvenz der Dachgesellschaft erhält das Expertenteam von Insolvenzverwalter Horst Piepenburg einen umfassenden Einblick in alle Töchter des Unternehmens, unabhängig davon, ob diese einen Insolvenzantrag gestellt haben. Dadurch wird laut Piepenburg "die derzeit laufende Bestandsaufnahme und Bewertung der Sanierungs- und Verkaufsperspektiven deutlich vereinfacht".

Piepenburg: "Bevor diese Bestandsaufnahme nicht abgeschlossen ist, können wir uns nicht zu den Zukunftsperspektiven der VVA äußern. Vorerst führen wir den Geschäftsbetrieb unverändert fort." Erste vorläufige Ergebnisse werden frühestens Ende kommender Woche erwartet.

Auch zahlreiche Töchter stellten Insolvenzantrag

Mit der Langenstein Medien GmbH, der VVA Kommunikation GmbH, der VVA Datenmanagement GmbH und der Konkordia GmbH, die erst seit 2008 zur VVA-Gruppe zählt, haben inzwischen weitere VVA-Töchter den Gang zum Insolvenzgericht angetreten. Auch hier wurde Horst Piepenburg zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Die VVA hatte bereits am 19. Mai 2010 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die bis heute eingereichten Insolvenzanträge betreffen nun in etwa 650 der 710 Mitarbeiter der Gruppe in Düsseldorf, Essen und Baden-Baden. Die Löhne und Gehälter dieser Beschäftigten werden über das Insolvenzgeld zunächst für drei Monate gesichert.

Gründung im Jahr 1894

Bislang nicht insolvent ist offenbar die B&D Verlagsgruppe, an der VVA seit 2006 beteiligt ist. Dort erscheinen Titel wie "Blonde", "Skateboard" und "Golfpunk".

Die Unternehmensgeschichte der VVA reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert. Als Gründungsjahr gilt das Jahr 1894, in dem die Oberhausener "Volksverlag AG" ihren Betrieb aufnahm. In den folgenden Jahren wurde aus dem Zeitungsproduzenten der Druck-Dienstleister "Vereinigte Verlagsanstalten AG".

Die heutige VVA wird von Geschäftsführer Stefan Meutsch geleitet, der kürzlich als Erster Vorsitzender des Fußballvereins Rot-Weiss Essen zurücktrat. Das Unternehmen hat Niederlassungen in Düsseldorf, Essen, Baden-Baden, Berlin, Hamburg, Köln, München, Ludwigsburg, Dubai und Zürich. (cvf)
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