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28.04.2017  Wirtschaft
Über 200 Gäste in Münster
Am Freitag lud der Verband Druck + Medien NRW zu seiner jährlichen Hauptversammlung. Am Vorabend gab es ein "Champions Dinner" für die Betriebe, die in den vergangenen Monaten mit Branchenpreisen ausgezeichnet worden waren.
Die Druckindustrie in NRW blickt ungeachtet der aktuellen Wirtschafts- und Branchenkrise optimistisch in die Zukunft, denn Druckerzeugnisse werden trotz aller Unkenrufe auch in Zukunft gebraucht und produziert. Das war eine der Kernbotschaften der Jahreshauptversammlung, zu der der Verband Druck + Medien NRW rund 200 Vertreter von Druckereien, Agenturen und Verlagen am Freitag in Münster begrüßte.

Nach Angaben von Verbands-Geschäftsführer Oliver Curdt zeigen die Zahlen des vergangenen Jahres, dass NRW auch 2009 "Deutschlands Druckstandort Nr. 1" war. Nicht nur, dass 23 Prozent aller Druckunternehmen und Druckdienstleister in Deutschland hier ihren Sitz haben – auch knapp 32.000 oder 1/5 aller in der Branche beschäftigten Mitarbeiter arbeiten in hiesigen Betrieben.

Gleiches gelte auch für die Ausbildungsquote: Mit 1.330 neuen Auszubildenden im vergangenen Jahr liege die Druckindustrie in NRW bundesweit wieder an der Spitze. Die Ausbildungsquote liegt laut Curdt in NRW zwischen acht und zehn Prozent, in einigen Betrieben noch darüber. Rund 26 Prozent des Branchenumsatzes, der 2009 um 6,8 Prozent sank, kam auch 2009 wieder aus Nordrhein-Westfalen.

Ein weiterer Beleg für die gute Position der NRW-Druckindustrie sind laut Curdt die 34 Firmen und damit rund ein Drittel aller Preisträger, die im vergangenen Jahr bundesweit bei wichtigen Branchen-Awards ausgezeichnet wurden. Im Rahmen eines festlichen Empfangs, bei dem auch Münsters Bürgermeisterin Karin Reismann anwesend war, wurden sie am Donnerstag-Abend noch einmal vorgestellt und vom Verband geehrt. "Dass so viele herausragende Preisträger aus NRW kommen, verdeutlicht die besondere Stellung unseres Bundeslandes in der Druck- und Medienbranche", so Curdt in seiner Laudatio.

Während eines Pressegespräches machte der geschäftsführende Vorstand deutlich, dass das Internet und auch mobile Endgeräte zwar künftig einen großen Einfluss auf die Gesellschaft und deren Informations- und Kommunikationsverhalten hätten, Druckprodukte jedoch ihre Bedeutung beibehalten würden. Die besondere Bedeutung von gedruckten Medien finde sich in den Bereichen Werbung, Information, Verpackung, aber auch Vergnügen und Emotion.

Stärken lägen zudem gegenüber TV, Radio beziehungsweise Online oder Mobile im Zusammenspiel von Wort und Bild, in der Möglichkeit zur individuellen, zielgruppenspezifischen Ansprache, in der hohen Qualität des Inhalts und der "Verpackung" sowie in der besonderen Haptik.

**break**Bezogen auf die Arbeit des Verbandes Druck + Medien NRW betonte Curdt, dass dieser eine Vorreiterrolle in der Branche einnehme und seiner Bedeutung und Größe innerhalb der Bundesrepublik gerecht werde. Die Zunahme der Mitgliederzahl um über 100 in den letzten drei Jahren belege dies genauso wie die Zahl der Mitarbeiter, zu denen mehr als 30 Berater, Trainer und Fachkräfte gehörten.

Als Fokus der Verbandsarbeit nannte Curdt die Bildungsarbeit. Zudem gelte es, die Betriebe bei den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft noch intensiver zu beraten und zu begleiten. Insbesondere vor dem Hintergrund des Strukturwandels im Bereich der Information und Kommunikation sowie den vielen Möglichkeiten der elektronischen Medien und sozialen Netzwerke sei ein konsequentes Innovationsmanagement und Cross-Mediale-Kompetenz von Bedeutung.

Dies geschehe über die Qualifizierung von Auszubildenden, der Gründung einer neuen Management Bildungsakademie zur Führungskräfteentwicklung in der Druckindustrie, einer Innovationstrend-Partnerschaft mit dem Trendforschungsbüro TrendOne aus Hamburg und der organisatorischen Verankerung eines Innovationstrend-Teams beim VDM NRW. Den Mitgliedern sollen auf diesem Wege neueste Entwicklungen und Trends aus den Bereichen Information, Kommunikation, Medien und IT vermittelt werden.

Welche Trends hierbei gemeint sind, präsentierte TrendOne in einem Vortrag während der Veranstaltung. Während der gut einstündigen Präsentation stellte das Unternehmen rund 20 Entwicklungen und mediale Innovationen vor, die die Welt der Zukunft prägen werden. Die Bandbreite reichte hierbei von einer personalisierten Zeitung über IPhone-Book für Kinder bis zu einer Printanzeige, die auf Sonne reagiert. Beim Vortrag wurde deutlich, dass das Zusammenwachsen von klassischen Elementen der Druckindustrie mit modernen Online-Formen nicht mehr aufzuhalten ist.

Der VDM NRW wählte zudem einen neuen Vorsitzenden: An der Spitze des Verbandes steht nun Reinhard Laumanns, Zeitungsverleger aus Lippstadt. Er folgt Wolfgang Pütz in dieses Amt, der den Verband 23 Jahre ehrenamtlich erfolgreich geführt hat. Zum Stellvertreter wurde Thorsten Anhalt von der Firma Fries Print und Medien aus Köln gewählt. Neu im NRW Vorstand ist Matthias Tietz von der Rheinischen Post aus Düsseldorf.

Begleitet wurde die Hauptversammlung, die zu einem festen Treffpunkt der NRW-Druckindustrie gehört, von vielen Gesprächen unter Kollegen, einem festlichen Abendessen und einer Stadtführung durch Münster. (cvf)
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