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27.04.2017  Wirtschaft
Millionen-Beihilfe für Druckerei in Polen
Die Mittel fließen in die neue Rotationstiefdruckanlage in Nowogrodziec rund 30 Kilometer hinter der deutsch-polnischen Grenze bei Görlitz.
Die Europäische Kommission hat eine staatliche Beihilfe in Höhe von 47 Millionen Euro für ein Investitionsprojekt der Firma BDN Sp. Z o.o. Sp.k in Polen genehmigt. Das bestätigte die Kommission gegenüber dem Hamburger Mediendienst "New Business" (www.new-business.de).

Die BDN gehört zur BVG Medien Beteiligungs GmbH (BVG), einem Unternehmen des Hamburger Verlegers Heinz Bauer. Die Mittel fließen in Bauers Rotationstiefdruckanlage in Nowogrodziec im Südwesten Polens, wo die BVG ein Werk für den Druck von Zeitschriften, Verkaufskatalogen und Beilagen aufgebaut hatte.

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Insgesamt belaufen sich die Investitionen  in Nowogrodzie laut EU-Kommission auf rund 160 Millionen Euro. Polen hatte sich bereit erklärt, das Vorhaben zu fördern und im Rahmen der Regionalentwicklung massive Körperschaftsteuerbefreiungen zu gewähren.

Die Kommission hatte bereits Mitte März 2008 mitgeteilt, dass eine Bezuschussung des Projekts geprüft wird. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte damals dazu erklärt: "Das Wachstum auf dem Rotationstiefdruckmarkt verläuft langsamer als in der Wirtschaft insgesamt, und mit dem Vorhaben von BVG sollen umfangreiche neue Kapazitäten geschaffen werden. Wir müssen sicherstellen, dass die Beihilfe nicht zu einer Verfälschung der Wettbewerbsbedingungen auf diesem Markt führt."

"Beitrag zur regionalen Entwicklung"

Zur nun erteilten Genehmigung der Beihilfe sagte die Kommissarin: "Ich freue mich, die Beihilfe für dieses bedeutende Investitionsprojekt genehmigen zu können, das einen Beitrag zur regionalen Entwicklung und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in dieser benachteiligten Region Polens leisten wird. Die Kommission hat sich davon überzeugt, dass die Produktionskapazität und der Marktanteil von BVG nicht zu hoch sein werden."

Der Hamburger Medienkonzern hatte sich erst kürzlich von "Bauer Verlagsgruppe" in "Bauer Media Group" umbenannt. "Die fortschreitende internationale Ausrichtung unseres Medienhauses werden wir künftig auch im Namen des Unternehmens deutlich machen", erklärte dazu Verleger Heinz Bauer, der nach Angaben des "Manager Magazins" mit einem Vermögen von etwa vier Milliarden Euro zu den reichsten Personen Deutschlands zählt.

Außenumsatz von 1,81 Milliarden Euro

Im Geschäftsjahr 2007 konnte die Bauer Media Group trotz der härter werdenden Bedingungen im Inland die Marktführerschaft in den Kernsegmenten Programmzeitschriften, Frauentitel und Jugendmagazine festigen. Vor dem Hintergrund stagnierender Entwicklungspotenziale im Inland sorgt die erfolgreiche Expansion im Ausland für ein stabiles Wachstum des gesamten Konzerns.

Der Gesamt-Außenumsatz des Konzerns stieg im Jahr 2007 um 1,3 Prozent auf 1,81 (2006: 1,79) Milliarden Euro. Für 2008 ist mit einem stabilen Außenumsatz von rund 1,79 Milliarden Euro zu rechnen.

Ausbau des Auslandsgeschäfts

Das internationale Verlagsgeschäft wurde weiter ausgebaut. Der Auslandsumsatz 2007 erreichte 835 (2006: 785) Millionen Euro. Der Aufwärtstrend setzt sich auch 2008 fort, so dass der Auslandsumsatz mit 877 Millionen Euro voraussichtlich weiter ansteigen wird.

Im Inland erzielte die Bauer Media Group 2007 einen Außenumsatz von 979 Millionen (2006: 1,006 Milliarden) Euro. Für das Jahr 2008 wird auf dem deutschen Markt, der weiterhin von einem rückläufigen Gesamtabsatz bei den Publikumszeitschriften geprägt ist, ein Umsatz von 910 Millionen Euro erwartet.

Die Bauer Media Group publiziert weltweit 282 Zeitschriften. Auf dem deutschen Markt erscheinen 48 Titel.

Clemens von Frentz
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