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28.04.2017  Wirtschaft
Zeitungskrise lässt Deutsche Bank zittern
Nach der Insolvenz des amerikanischen Medienkonzerns Tribune, der unter anderem die Zeitungen "Chicago Tribune" und die "Los Angeles Times" verlegt, drohen der Deutschen Bank Kreditausfälle von über 500 Millionen.
Nach Informationen der amerikanischen Zeitung "Editor & Publisher" ist die Deutsche Bank massiv betroffen von der Insolvenz des US-Medienhauses Tribune. Hintergrund: Der größte Finanzkonzern Deutschlands hatte Kredite über 572 Millionen Euro an Tribune vergeben. Nachdem das Verlagshaus am gestrigen Montag Insolvenz nach Chapter 11 beantragte, muss das Geld möglicherweise abgeschrieben werden.

Die Tribune Company hat ihren Sitz in Chicago im US-Bundesstaat Illinois. Das börsennotierte Unternehmen ist im Aktienindex S&P 500 gelistet und beschäftigt etwa 20.000 Mitarbeiter. Gemessen am Umsatz, der im letzten Geschäftsjahr bei 5,5 Milliarden Dollar lag, ist die Gruppe der zweitgrößte Zeitungsverlag der Vereinigten Staaten.

Zu den wichtigsten Tochtergesellschaften des Konzerns zählen neun Tageszeitungen, darunter die Blätter "Chicago Tribune", "Los Angeles Times", "Hartford Courant", "The Baltimore Sun" sowie das Major League-Baseball-Team Chicago Cubs. Das Unternehmen ist zudem - gemeinsam mit Time Warner - am amerikanischen TV-Network The WB beteiligt und erwirtschaftete im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 5,5 Millarden Dollar.

Im vergangenen Jahr war die Verlagsgruppe vom Immobilien-Tycoon Sam Zell übernommen worden, der danach - wie bei derartigen Deals oft praktiziert - den Kredit für den Kauf (insgesamt mehr als acht Milliarden Dollar) dem Unternehmen als Schulden aufbürdete. Zell selbst soll nach Angaben der renommierten "Washington Post" nur rund 315 Millionen Dollar an eigenem Geld eingebracht haben.

Die aktuelle Schieflage wird von Zell, der nach dem Kauf auch den Posten des Vorstandsvorsitzenden von Tribune übernommen hatte, mit dem schwierigen Konjunktur-Umfeld begründet. Die Verschuldung des Unternehmens beläuft sich auf rund 13 Milliarden Dollar. (cvf)
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