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31.03.2017  Wirtschaft
Drupa Trends: Trends Premedia
Wie gewohnt präsentiert sich die Druckvorstufe auf der kommenden drupa facettenreich. JDF ist nicht das einzige Thema, aber ständig latent mit von der Partie.

Kommunikation: ein Kernthema der drupa 2004 - trotz oder gerade wegen JDF! Das Metaformat auf XML-Basis (Extensible Markup Language) wird mittel- bis langfristig alle Maschinen digital miteinander kommunizieren lassen (und auch für das nötige Feedback zum Menschen sorgen), steht aber im Augenblick erst am Beginn seiner langen Reise (vgl. auch Seite 62 ff.).

Die Nutzung des Internets als kommunikatives Transportmedium zwischen Menschen zum Zwecke der Produktionsautomatisierung/-vereinfachung ist hingegen bereits Realität und findet in verschiedensten Bereichen Anwendung.

Technische Neuheiten stehen auf dieser drupa also erstmals im Hintergrund (verdientermaßen?) - sind aber doch immer Mittel zum Zweck.

Violett vs. Thermo

Computer-to-Plate (CtP) wird erneut ein wichtiges Thema sein - allerdings mit Fokus auf die Belichtertechnologie, wobei die UV-Bebilderung (Computer-to-conventional-Plate/CtcP) neben Thermo und Violett weiterhin im Rennen bleibt. Werden sich in diesem Bereich weitere Anbieter zu basysPrint hinzugesellen?

Ein heißer Kandidat wäre Esko-Graphics, wo man unter der Hand mit CtcP spekuliert, jedoch äußerst zurückhaltend mit der Herausgabe von Informationen ist. Mit dem DPX4 (Polyester-System) und dem PlateDriver Compact (für Violett-CtP-Einsteiger) wird Esko jedoch bereits zwei neue Systeme vorstellen.

Aber auch andere Anbieter bauen ihre Belichter-Reihen aus (Agfa die :Xcalibur-Familie, Creo die Trendsetter News-Reihe) oder ergänzen diese (z.B. Agfa die Produktfamilie für den Zeitungs-/Rollenoffset mit :Advantage). Während sich die eine Fraktion der Anbieter verstärkt dem Violett-Bereich widmet (Krause, Esko-Graphics, Mantagraphics, ECRM, Strobbe), favorisieren Unternehmen wie Screen oder Creo den thermalen Weg. Nur Agfa scheint stabil zweigleisig zu fahren.

Creo ereifert sich seit neuestem auch als Anbieter von Druckplatten (Mirus PN für den Akzidenz- und Verpackungsdruck, Fortis PN für den Zeitungsbereich) und auch Agfa hat mit der Akquise von Microgran (Lastra) sein Plattenpotenzial erhöht. Die beiden Unternehmen sind also gemeinsam mit Fuji in der komfortablen Lage, sowohl Rekorder als auch das dazugehörige Plattenmaterial im Portfolio zu haben.

Workflow goes JDF

Die Prepress-Workflows werden natürlich von der JDF-Diskussion tangiert (Stichwort Schnittstellenfähigkeit, JDF-Kompatibilität) - egal ob Bitmap- oder PDF-Workflow, egal ob Artwork Systems, EFI, Dalim, Heidelberg Prinect, Creo, Screen oder Agfa. Esko-Graphics hat bereits die Zusammenführung seiner bestehenden Preproduction-Tools für den kommerziellen Druck und den Verpackungsmarkt zu einer End-to-End-Supply Chain Management-Lösung namens Scope angekündigt. Diese Workflow-Umgebung basiert komplett auf Industriestandards wie PDF, JDF, XMP oder VRML und präsentiert sich somit offen und skalierbar.

Kommunikationsprozesse via Web

Mit Scope und dem Supply-Chain-Management finden wir automatisch wieder zurück zum Thema Internet und Kommunikation. Denn das Internet gewinnt gerade in diesem Bereich stark an Bedeutung - nicht nur bei der Verbindung des Außendienstmitarbeiters mit den Produktionssystemen der Druckerei/des Verlags. Dies beinhaltet eben auch den kommunikativen Verkehr mit Kunden und Lieferanten zur Prozessoptimierung im jeweiligen Bereich.

Das Interesse an dieser Art des Customer Relationship Management (CRM) ist dank seiner Vorteile für den Produktionsprozess und die Kundenbindung zweifelsohne steigend und wird von der Industrie durch ständig optimierte Produkte gewürdigt. Zugleich steigt in diesem Prozess aber auch der zwischenmenschliche Kommunikationsbedarf.

Bekannt sind, neben Web-Portalen für den Datentransfer/die Datenprüfung (Helios Webshare/Markzware Flightcheck Online), vor allem Remote Proof-Lösungen. Hier machen im drupa-Vorfeld vor allem zwei Produkte von sich reden: Zunächst RealTimeImage (von Kodak Polychrome Graphics aufgekauft und eben dem CIP4-Konsortium beigetreten) mit RealTime Proof 5.0.

Das System, laut Hersteller die "Online Proofing Revolution" schlechthin, wird auf der drupa seine kommerzielle Freigabe erfahren und sowohl als ASP- als auch in der Client/Server-Konfiguration erhältlich sein. Ein interessanter Fortschritt der neuen 5er-Version sind "Mehrfachansichten", die ein gleichzeitiges Streaming, Betrachten, Bearbeiten, Kommentieren und Vergleichen mehrerer Dateiversionen in hoher Auflösung erlauben.

Zusätzlich plant RealTime Image die Entwicklung eines JDF-Anwendungsservers als Verbindungsglied zwischen RealTime Proof und Esko-Graphics Druckvorstufenlösung (neuerdings integriert in Scope).

Als zweites wäre da KPG selbst zu nennen, das auf der drupa mit der zweiten Generation von Matchprint Virtual Proofing glänzen will. Das webgestützte Monitor-Proofsystem erfährt eine Ausweitung bis in den Drucksaal und verbindet als Matchprint Virtual Press Side Proofing weiterhin alle Proof-Beteiligten standortunabhängig und in Echtzeit miteinander - wobei der Proof zukünftig auch im Drucksaal während des Auflagendrucks betrachtet werden kann.

Verwaltung von "Content"

Immer ein Thema - wenn auch nicht zwingend für reine Druckereien, sondern eher für Mediendienstleister - ist die medienneutrale Datenhaltung. Schon seit geraumer Zeit erweist sich im Content Management die Metasprache XML als idealer "Datencontainer" für verschiedene Ausgabemedien wie Print, Internet, E-Books, CD-ROMs oder PDAs/Handys. Auch die beiden "Großen" der Layout-Szene, Adobe und Quark, werden erneut die XML-Kompatibilität ihrer Softwareprodukte InDesign und QuarkXPress hervorheben - auch wenn inzwischen eher deren Server-Systeme für das Dokumenten-Management im Vordergrund stehen.

Die bunte Welt der Farben

Gerne und vor allem kontrovers diskutiert: das Thema Color Management.Zwei führende technische Anbieter von Farbmess- und Color Management-Lösungen, X-Rite und GretagMacbeth, präsentieren auf der drupa interessante Neuheiten.

X-Rite stellt erstmals seine Streamlined Color Management-Lösung Slingshot vor. Sie soll - konzipiert für Profis in den Bereichen Bedarfsdruck und Druckvorstufe - dabei helfen, Aufwand und Probleme beim Messen von Testcharts für das ICC-Farbmanagement deutlich zu reduzieren.

In weniger als drei Minuten misst der X-Y-automatisierte Hochleistungsscanner Slingshot die IT8-Targets - mit einem einzigen Knopfdruck. Im Zusammenspiel mit der Profilerstellungs- und Bearbeitungssoftware hilft Slingshot demnach dabei, den Workflow zu straffen und bietet ein sehr gutes Farbergebnis innerhalb eines kürzeren Zeitrahmens. Das Erscheinungsdatum sowie Preisdetails werden von X-Rite erst zur Produkteinführung auf der drupa bekannt gegeben.

Neben einigen weiteren Neuvorstellungen wird GretagMacbeth professionelle Farbmangement-Software für Druckvorstufe und Publishing, ProfileMaker, in der Version 5 auf der Messe ihr Europa-Debüt geben (während die kommerzielle Auslieferung bereits begonnen hat).

ProfileMaker 5 ist jetzt in drei vertikal fokussierten Lösungen erhältlich: PM5 Publish, PM5 Packaging und PM5 Photostudio Pro, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für Druckvorstufe/Publishing, professionelle Studiofotografie und erstmals auch für den mehrfarbigen Verpackungs-/Textildruck bieten. Die einzelnen Lösungen sind exakt auf die anwendungsbezogene Funktionalität des speziellen Workflowws abgestimmt, einfach bedienbar sowie skalierbar.

Das neue, fortschrittliche Multicolor-Modul in PM Packaging erlaubt neben der Berechnung von Hexachrome- und CMYK+Red/Blue-Profilen das Erstellen mehrfarbiger Profile mit einer unbegrenzten Anzahl von Farben für bis zu zehn Kanäle, mit und ohne CMYK-Farben. Eine zum Patent angemeldete Technologie zum Erstellen generischer Ausgabeprofile, mit der Anwender Farben in vorhandenen Profilen ersetzen können anstatt neue Testcharts zu erstellen, ist eine weitere Neuerung. Dies senkt den Zeit- und Kostenaufwand bei der Plattenneuerstellung für neue Testcharts erheblich.

6 BEISPIELE NEUVORSTELLUNGEN

1. Erstmals auf einer internationalen Fachmesse stellt ECRM sein vollautomatisches Zeitungs-CtP-System ECRM NEWSmatic vor. Es arbeitet mit einer Produktionsgeschwindigkeit von bis zu 80 Broadsheet-Seiten bei einem maximalen Panorama-Format von 635x927 Millimetern.

2. Die neue Version 8 der klassischen Artwork Systems-Produkte ArtPro und Nexus präsentiert sich mit Unterstützung und Bearbeitbarkeit von Transparenz- und Blendmodes, einer neuen vierstufigen Überfüllungstechnologie, einem PDF 1.4-RIP, Flattening und Step-and-Repeat-Lösungen.

3. Highwater hat die Schlange gebändigt und zeigt sie auf der drupa! Das neue Innentrommel-Computer-to-Plate-System Python bebildert mit einem 60mW-Violettlaser Druckplatten im Formatbereich 2-up/4-up bei Rasterweiten über 200lpi bzw. im FM-Raster.

4. Die Version 5 der Workflow-Software Dalim Twist wurde von Grund auf neu erstellt und kommt mit verbesserter Performance, Ausfallsicherheit und Funktionalität daher. Ebenfalls neu: der Preflight Viewer, RIP-Kontrolle- und Separationsmapping-Werkzeuge.

5. Die XPose!-CtP-Thermobelichter-Familie wird von Lüscher in Richtung VLF erweitert. Der XPose! 190 deckt das Großformat 2060x1560mm ab und ermöglicht somit die Bebilderung von 32-Seiten-Platten. Laut Unternehmensangabe ist der XPose! 190 bei einer Auflösung von 600dpi momentan der schnellste manuelle CtP-Belichter auf dem Markt.

6. Mit Webshare ermöglicht Helios Software den webbasierten Dateizugriff auf Helios-Publishing- und Fileserver in Echtzeit, OPI-Bildersetzung und Druckvorschau aller gängigen Bilddateiformate von entfernten Stationen aus über alle gängigen Internet-Browser.

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