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KBA hofft auf gute Auftragseingänge während der drupa. Dort präsentiert der Konzern auch die Bogenoffsetmaschine Rapida 106.
22.04.2017  Wirtschaft
Mehr Aufträge als im Vorjahr
In seinem Quartalsbericht meldet der Druckmaschinen-Hersteller aus Würzburg mehr Aufträge, aber weniger Umsatz als im Vorjahr.
Der Auftragseingang des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer AG (KBA) übertraf im ersten Quartal 2008 auf Konzernebene trotz Finanzkrise, starkem Euro und der bei Serienmaschinen spürbaren Nachfrage-Zurückhaltung im Vorfeld der internationalen Fachmesse drupa mit 370,3 Millionen Euro das Vorjahresquartal (2007: 350,9 Millionen Euro) um 5,5 Prozent.

Zu dieser Entwicklung gegen dem aktuellen Branchentrend trugen einige Großaufträge amerikanischer und türkischer Zeitungsverlage bei. Entsprechend legte der Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen überproportional um 10,6 Prozent auf 199,3 Millionen Euro (2007: 180,2 Millionen Euro) zu, während sich im Segment Bogenoffsetmaschinen die Neubestellungen trotz der anhaltenden Schwäche des US-Marktes mit 171,0 Millionen Euro auf Vorjahresniveau (2007: 170,7 Millionen Euro) bewegten.

Mit 301,7 Millionen Euro (2007: 414,2 Millionen Euro) lag der Konzernumsatz in den ersten drei Monaten wie in den Jahren 2004 bis 2006 noch hinter dem anteiligen Jahresziel zurück. Während der Quartalsumsatz bei Bogenoffsetmaschinen mit 144,0 Millionen Euro den Vorjahreswert (2007: 156,6 Millionen Euro ) nur um 8 Prozent unterschritt, lag er bei Rollen- und Sondermaschinen durch die hauptsächlich in die zweite Jahreshälfte fallenden Auslieferungen großer Rotationsanlagen nur bei 157,7 Millionen Euro und damit um über ein Drittel unter dem hohen Vorjahreswert (2007: 257,6 Millionen Euro).

KBA-Vorstandsvorsitzender Albrecht Bolza-Schünemann kommentierte diese für den Maschinen- und Anlagenbau typischen Schwankungen mit den Worten: "Liefertermine im Anlagenbau nehmen leider keine Rücksicht auf Quartalsberichte."

Die durch den geringen Quartalsumsatz fehlenden Deckungsbeiträge belasteten die Ertragslage. Das Betriebsergebnis war mit –5,0 Millionen Euro (2007: 13,5 Millionen Euro) und das Ergebnis vor Steuern mit –6,4 Millionen Euro (2007: 13,0 Millionen Euro) noch weit von der Jahresprognose entfernt. Bei einem Periodenergebnis von –1,0 Millionen Euro (2007: 9,3 Millionen Euro) wird das anteilige Ergebnis je Aktie mit –6 Cent ausgewiesen (Vorjahr: 57 Cent).

Auftragsbestand leicht erhöht


Der Auftragsbestand war mit 860,5 Millionen Euro zum Quartalsende etwas höher als zum Jahresultimo 2007 (791,9 Millionen Euro). Im Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen sichert der Auftragsbestand von 611,5 Millionen Euro bis in den Herbst hinein eine im Vergleich zu den letzten Quartalen deutlich bessere Auslastung der Produktionswerke. Dagegen sind im kurzfristigen Geschäft mit Bogenoffsetmaschinen bei einem Auftragsbestand von 249,0 Millionen Euro noch höhere Auftragseingänge für eine stabile Kapazitätsauslastung im zweiten Halbjahr erforderlich. Diese werden von der Ende Mai beginnenden Fachmesse drupa erwartet. Im ersten Quartal wurde den Auslastungsschwankungen im Bogenoffsetwerk Radebeul mit flexiblen Arbeitszeitregelungen begegnet. Ende März beschäftigte die KBA-Gruppe weltweit 8.181 Mitarbeiter, 108 weniger als im Vorjahr.

Positive Cashflow-Entwicklung


Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit erhöhte sich zum 31.03. auf 88,6 Millionen Euro (2007: 41,5 Millionen Euro). Höhere Kundenanzahlungen und niedrigere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen überkompensierten die Liquiditätsbindung durch das für anstehende Lieferungen gestiegene Vorratsvermögen. Auch der freie Cashflow erhöhte sich deutlich gegenüber dem Vorjahr (2007: 35,0 Millionen Euro) auf 73,7 Millionen Euro. Der Finanzmittelbestand lag zum Quartalsende bei 183,8 Millionen Euro (31.12.2007: 134,0 Millionen Euro).

Exportanteil bei 84,1 Prozent


Bei einem gegenüber 2007 annähernd gleichen Inlandsumsatz verringerte sich die Exportquote im ersten Quartal auf 84,1 Prozent (2007: 88,3 Prozent). Dafür waren vor allem die stark gesunkenen Lieferungen nach Nordamerika verantwortlich. Mit 5,0 Prozent erreichte der regionale Umsatzanteil aufgrund der schwachen US-Konjunktur, der restriktiven Kreditvergabe der Banken und der anhaltenden Investitionszurückhaltung der Zeitungsindustrie den niedrigsten Stand seit vielen Jahren. Auf die Länder im übrigen Europa entfielen 60,7 Prozent, auf Deutschland 15,9 Prozent, auf Asien/Pazifik 15,1 Prozent und auf Afrika/Lateinamerika 3,3 Prozent des Umsatzes.

Ergebnis unbefriedigend, Vorstand hält an Jahreszielen fest

Vorstandsvorsitzender Albrecht Bolza-Schünemann: "Obwohl die Umsatz- und Ergebniszahlen des ersten Quartals aus Sicht des Vorstands unbefriedigend sind, halten wir für das laufende Geschäftsjahr weiterhin an unserem Ziel eines Konzernumsatzes von ca. 1,6 Milliarden Euro und eines Vorsteuergewinns auf ähnlichem Niveau wie 2007 (63,2 Millionen Euro) fest. Angesichts der gestiegenen Risiken auf der Konjunktur-, Währungs- und Rohstoffseite werden wir zur Hauptversammlung am 19. Juni kurz nach dem Ende der für uns sehr wichtigen Fachmesse drupa für die zweite Jahreshälfte klarer sehen und die Anteilseigner entsprechend informieren." (agh)
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