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News / Premiere in Gera
24.04.2017  Wirtschaft
Premiere in Gera
Das Unternehmen aus Gera hat eine Faltschachtel-Klebemaschine mit Accubraille-Modul zum Prägen von Blindenschrift-Punkten erworben. Nach seinen Angaben die erste in Deutschland.
Zudem will die Gebr. Frank GmbH & Co. KG demnächst ein neues Werk speziell für die Herstellung von Pharmaverpackungen eröffnen.
Die EU-Richtlinie zur Kennzeichnung von Pharmaverpackungen mit Braille-Schrift gab dem Unternehmen den Anlass, den Prägeprozess, der bisher auf einer Stanzmaschine erfolgte, zu überdenken. Mit dem Erwerb einer Bobst Faltschachtel-Klebemaschine mit Accubraille kann Harald Frank, Besitzer der Gebr. Frank GmbH & Co. KG, nun bei der Fertigung von Pharmaschachteln neue Wege gehen.

Auch der Schweizer Hersteller von Pharmaverpackungen Rondo AG, ein Unternehmen der Körber Gruppe, Hamburg, hat Anfang 2008 in die neue Technik investiert.

Bobst ist Inhaber des Patents für Accubraille. Das technologisch neue  Accubraille-Modul soll den Geranern nun einen spürbaren Wettbewerbsvorteil in Deutschland verschaffen. Das Unternehmen will seinen Kunden damit innovative Lösungen bieten, neue Marktsegmente erschließen und Neukunden akquirieren. Statt den Massenmarkt zu bedienen, will man spezialisierte Leistungen bieten.

Das Familienunternehmen im thüringischen Gera wurde 1914 gegründet und 1990 reprivatisiert. 70 Prozent des Umsatzes des in der Druck- und Verpackungsindustrie tätigen Unternehmens entfallen auf Faltschachteln und Blisterkarten, der Rest auf Akzidenzdrucksachen. Das knapp 50 Mitarbeiter zählende Unternehmen erzielte 2007 einen Umsatz von 3,3 Millionen Euro (2,3 Millionen Euro im Jahr 2001).
Seit 1994 ist das Unternehmen nach DIN EN ISO 9002 (jetzt DIN EN ISO 9001:2000) zertifiziert.

Aufgrund der starken Ausrichtung auf den Bereich Pharmaverpackungen suchte Gebr. Frank nach geeigneten Maschinen, um den GMP-Grundsätzen der Pharmaindustrie bestmöglich entsprechen zu können.

Der Faltschachtel-Klebemaschinen-Park wird nun erweitert und demnächst ein neues Werk speziell für die Herstellung von Pharmaverpackungen eröffnet. Standort könnte das westliche Sachsen sein, hieß es am Freitag gegenüber Druck&Medien.

Das Prägen der Braille-Schrift in der Faltschachtel-Klebemaschine kurz vor der Klebestation bietet laut Frank zahlreiche wichtige Vorteile. Betriebsleiter Enrico Anders betonte die gleichbleibende Qualität und, noch wichtiger, die erhöhte Sicherheit.

Die Geraner greifen für die Prüfung auf den lokalen Blindenverband, der qualifizierte Braille-Leser verfügbar macht. Längst nicht alle Blinde beherrschen die Braille-Schrift.
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