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News / Insolvenzverwalter schließt Bachem im Mai
27.04.2017  Wirtschaft
Insolvenzverwalter schließt Bachem im Mai
Die Abwicklung der insolventen Kölner Arquana-Tochter beginnt zwei Monate als erwartet. Am 31. Mai wird der Betrieb endgültig eingestellt.
Begründet wird die vorgezogene Schließung damit, dass die verbleibenden Gehälter für Juni und Juli einer Transfergesellschaft zu Gute kommen sollen. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Christoph Niering haben bereits 100 der rund 150 Bachem-Mitarbeiter Interesse an einer Aufnahme in die Gesellschaft bekundet.

Eine Rettung der Kölner Traditionsfirma war laut Niering daran gescheitert, dass man sich mit dem Eigentümer der Betriebsimmobilie nicht auf einen Kaufpreis  einigen konnte. Bachem-Eigentümer Arquana hatte die Immobilie Anfang 2007 - knapp ein Jahr nach der Übernahme des Unternehmens - im Rahmen eines Sale-And-Rent-Back-Deals an einen israelischen Investor veräußert. Gleiches geschah mit der Immobilie von Johler Druck in Neumünster.

Immobilienverkauf brachte über 13 Millionen Euro

Die im Zuge der Transaktion geschlossenen Mietverträge wurden laut Arquana mit einer Laufzeit von zwölf Jahren (inklusive Verlängerungsoption auf weitere acht Jahre für den Mieter) vereinbart. Das Volumen des Immobilien-Deals lag nach Auskunft des Arquana-Vorstands bei über 13 Millionen Euro und damit über dem Buchwert der Liegenschaften.

In einer Ad-Hoc-Meldung zum Verkauf hieß es damals: "Der Erlös soll zur langfristigen Standortsicherung der bestehenden Druckereien, zur Modernisierung des Maschinenparks und zur Finanzierung weiterer Akquisitionen eingesetzt werden. Dadurch kann die Druckholding ihre Stellung als Konsolidierungsführer im europäischen Rollenoffsetdruck ausbauen."

Gespräche mit rund 30 Interessenten

CEO Friedrich-Carl Wachs wurde in der gleichen Meldung mit den Worten zitiert: "Mit dieser Transaktion haben wir unseren wirtschaftlichen Handlungsspielraum für die nächste Wachstumsphase und die Umrüstung des Maschinenparks entscheidend erweitert. Es ist ein weiterer Beleg für unseren im Druckgewerbe einzigartigen finanzgetriebenen, industriellen Ansatz, mit dem wir unsere Vorreiterrolle bei der Konsolidierung der Branche fortsetzen wollen."

Bei den Rettungsversuchen von Insolvenzverwalter Niering erwies sich der damalige Millionen-Deal indes als schwerwiegendes Handicap. Nach seinen Angaben gab es für Bachem rund 30 Kauf-Interessen, darunter auch der Bertelsmann-Tochter Mohndruck. Am Ende jedoch kam man wegen der fehlenden Einigung mit dem israelischen Immobilien-Eigner zu keinem Abschluss.

Clemens von Frentz
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